Monaten kämpften sich Autofahrer über den Reumannplatz im 10. Wiener Bezirk durch Umleitungen auf den Straßen. Auf Höhe der Davidgasse und Herndlgasse wurden Teile der Fahrbahn in Radwege verwandelt. Das Ergebnis kann man nun sehen, auf quasi gleich breiten Spuren fahren nun Radler und Autofahrer nebeneinander – in der Theorie.
Die Radwegoffensive der Stadt Wien schreitet in mehreren Bezirken voran, in Favoriten wurde nun die neue Radler-Strecke fertiggestellt. Das Vorzeige-Projekt der Hauptstadt fand bislang aber keinen großen Zuspruch bei den Favoritnern, denn: Laut Leserfotos wird die neue Radroute kaum genutzt.
"Ich habe noch keine Radfahrer hier gesehen", beschreibt "Heute"-Leserin Birgit* (Name von der Redaktion geändert) die Lage in der Davidgasse. Dafür sah die Wienerin dort in den letzten Tagen ein übliches Bild – Stau.
"Wie soll das klimaschonend sein, wenn Autos jetzt nur eine Fahrbahn benutzen? Die Fahrzeuge stehen noch länger im Stau und produzieren noch mehr Abgase", fürchtet Birgit im "Heute"-Talk.
Die Rad-Baustelle in Favoriten sorgte bereits im September für Grant bei Pkw-Lenkern. "Heute"-Leser Zeljko (30) fuhr Anfang September die Favoritenstraße entlang. Auf Höhe Reumannplatz gab es plötzlich kein Weiterkommen mehr. Der Grund: Die Einfahrt nach rechts war verboten, geradeaus weiterzufahren unmöglich und das Manöver nach links wurde aufgrund der Fahrrad-Baustelle untersagt.
Trotzdem gab ein Schild an der Kreuzung die Richtung vor, also bog der 30-Jährige nach links ab. Beamte hielten den Lenker auf und verpassten ihm einen Strafzettel in Höhe von 120 Euro, ausgerechnet an seinem Geburtstag – mehr dazu hier.