Mängel vertuscht?

Frau (27) kauft Auto – wenig später ist es Schrott

Eine alleinerziehende Mutter kaufte sich bei einem Gebrauchtwagenhändler ein Auto. Doch nur einen Monat später ist klar, dass ihr Fahrzeug kaputt ist.
Maxim Zdziarski
23.02.2025, 20:32

Martina (27, Name von der Redaktion geändert*) ist zweifache Mutter und alleinerziehend. Die 27-Jährige lebt mit ihrem beiden Kindern im Bezirk Wiener Neustadt-Land und ist auf ein Auto angewiesen. "Wir brauchen ein Fahrzeug, um in den Kindergarten und zu meiner Ausbildungsstätte zu kommen. Die Öffis sind eben nicht so gut ausgebaut, wie in Wien", erzählt die 27-Jährige im "Heute"-Talk.

Ihre Ausbildung zur Pflegeassistentin beginnt in wenigen Wochen, somit entschied sie sich, einen günstigen Gebrauchtwagen anzuschaffen. Bei einem Autohändler in Wien-Floridsdorf wurde sie schließlich fündig. Im Vordergrund stand für Martina ein einwandfreier technischer Zustand.

Zuverlässiger Gebrauchtwagen wird zum Groschengrab

"Kleine Dellen und Kratzer waren mir vorerst egal", erzählt sie weiter. Der Verkäufer bot ihr einen Jeep Compass aus dem Jahr 2011 an. Unter der Motorhaube sollte ein zuverlässiger Diesel mit einer Laufleistung von rund 178.000 Kilometer sein. Mitte September kaufte Martina das SUV für 6.500 Euro. Doch die Freude über ihren neuen Gebrauchten hielt nicht lange an.

Bereits zwei Monate später kamen immer mehr Mängel ans Tageslicht, die sie beim Händler monierte. Die Audioanlage funktionierte vorne rechts nicht. Die Parksensoren machten keine Geräusche mehr und der Deckel vom Schaltknauf war abgefallen. Doch neben den leichten Mängeln gab das Auto auch noch beunruhigende Geräusche beim Einschlagen des Lenkrads von sich, was auf einen kaputten Keilriemen deutete. Außerdem zitterte das Lenkrad beim Bremsen, der Motor verlor Öl- und Kühlflüssigkeit und die Gänge ließen sich nicht mehr gut durchschalten.

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Reparatur dauerte sechs Wochen

Mit den Beanstandungen meldete sich die Niederösterreicherin schließlich beim Händler und bat um eine Reparatur im Rahmen der Gewährleistung. Doch laut ihr war niemand wirklich interessiert, den Jeep wieder auf Vordermann zu bringen. "Insgesamt sechs Wochen lang stand das Auto in der Werkstatt. Anrufe und Whatsapp-Nachrichten wurden teilweise komplett ignoriert", erzählt Martina weiter. Erst, als sie mit einem Anwalt gedroht hatte, wurde der Jeep fertig repariert. Doch auch das war nicht das Ende der Geschichte.

Mängel weiter nicht behoben

Ein unabhängiger Kfz-Prüfer des ÖAMTC stellte nämlich wieder schwere Mängel fest. Zum einen funktionierte das linke Fernlicht nicht. Weiters waren die Seitenscheiben mit Folien beklebt und die Servoleitungen stark korrodiert. Außerdem hatte der Jeep nach wie vor starken Ölverlust. Mit diesen Mängeln würde das Auto nicht einmal ein neues Pickerl bekommen. "Wie kann es sein, dass das Auto sechs Wochen lang angeblich durch repariert wurde und es immer noch nicht passt?", ärgert sich die 27-Jährige im "Heute"-Talk.

Autohändler spricht Klartext

Der Gebrauchtwagenhändler "LCT" zeigte auf "Heute"-Nachfrage Verständnis für den Ärger. "Es tut uns leid, dass die Kundin nicht zufrieden ist mit der Reparatur. Wir bieten an, das Fahrzeug noch einmal zu uns zu bringen, da wir uns an unserer Partnerwerkstatt regressieren müssen", heißt es weiter. Man bitte daher um Verständnis, bis die Sache erledigt werden kann.

Martina möchte den Jeep nun aber in einer anderen Werkstatt reparieren lassen. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf weitere 2.500 Euro. Für die Alleinerziehende eine Hiobsbotschaft: "Ich habe mit bereits das Geld für das Auto geliehen. Mehr Geld kann ich nicht mehr aufgetrieben!" Sie will nun, dass der Händler die Instandsetzungskosten für den fehlerhaften Jeep übernimmt.

{title && {title} } zdz, {title && {title} } 23.02.2025, 20:32
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