Während Mitte Mai seltene Polarlichter in ganz Österreich beobachtet werden konnten, waren auch tausende Satelliten dem stärksten Sonnensturm der vergangenen 20 Jahre ausgesetzt.
Die energiereiche Strahlung der Sonne heizt die äußeren Schichten der Erdatmosphäre auf, die sich dadurch ausdehnt und die Umlaufbahn niedrig fliegender Satelliten erreicht. Flugkörper und Weltraumschrott werden durch die Erdatomsphäre abgebremst, sinken schneller in Richtung Erde und können sogar abstürzen.
Dies betraf im Mai 2024 über 5.000 Satelliten, die sich schnell wieder in ihre Position zurück manövrieren mussten, wie eine US-Analyse zeigt. Die Studie wurde im Fachmagazin "Journal of Spacecraft and Rockets" veröffentlicht.
Laut William E. Parker und Richard Linares vom Massachusetts Institute of Technology sind die Satelliten sowie einiges an Weltraumschrott während des vier Tage andauernden Sonnensturms etwa 180 Meter pro Tag abgesunken. Ein Höhenverlust, den die Flugkörper automatisch ausglichen und sich selbst wieder auf die richtige Höhe manövrierten. Der größte Teil dieser Manöver sei auf die "Starlink"-Satelliten zurückzuführen, heißt es in der Studie.
Eine Massenbewegung, die zu gefährlichen Kollisionen hätte führen können, wie das Forschungsteam warnt: "Die Kombination aus unvorhersehbarem Satellitenwiderstand und Massenmanövern machte es sehr schwierig oder unmöglich, potenzielle Konjunktionen während des Sturms und in den Tagen danach zu erkennen."
Da die Sonnenaktivität bis ins nächste Jahr noch zunimmt, bis das tatsächliche Maximum des aktuellen Sonnenzyklus erreicht ist, werde es "wahrscheinlich zu fortgesetzten Betriebsunterbrechungen kommen". Damit es auch in Zukunft zu keinen Kollisionen komme, wünschen sich die Wissenschaftler eine derzeit noch fehlende, offene Kommunikation zwischen den Satellitenunternehmen und den Forschern. "Der Weltraum ist eine gemeinsame Ressource, die internationalen Konsens und Zusammenarbeit erfordert", so Parker.