Streit um Sky Shield

NEOS-Ansage: "Herr Kickl, die Erde ist keine Scheibe!"

NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos sieht eine massive Gefahr für Österreichs Sicherheit, weil die FPÖ aus "Sky Shield" aussteigen wollen.
Newsdesk Heute
06.02.2025, 16:51

FPÖ und ÖVP stellen die gemeinsame europäische Raketenabwehr Sky Shield in den Verhandlungen infrage: "Österreich muss sich aus eigener Kraft sichern und verteidigen können. Dafür ist Sky Shield ein wichtiger Schritt", donnert NEOS-Generalsekretär und Verteidigungssprecher Douglas Hoyos. Er bezeichnet Blau-Schwarz deshalb als "Sicherheitsrisiko" für Österreich: "Wir haben die Verpflichtung, die Österreicherinnen und Österreicher vor Gefahren zu schützen, statt den Kopf in den Sand zu stecken." Einen Widerspruch zur Neutralität gebe es nicht.

Hoyos verweist darauf, dass die ÖVP schon im ORF-Duell vom 23. September zwischen Nehammer und Kickl die Aussagen des FPÖ-Chefs unkommentiert ließ: "Herbert Kickl versucht ja im Zusammenhang mit Sky Shield immer wieder von Kriegstreiberei zu sprechen. Dabei hat er dieses Argument – vermutlich ungewollt – selbst im ORF zerschossen: Damals hat Herr Kickl auf einer Grafik gezeigt, dass Sky Shield ja gar nicht bis nach Russland schießen könnte. Dazu kann man nur sagen: Genau Herr Kickl, Sky Shield dient nämlich der Selbstverteidigung und nicht dem Angriff."

"Wenn man Herbert Kickl zuhört"

Weder die Freiheitlichen noch die Volkspartei würden ehrlich über die Vorteile der gemeinsamen europäischen Luftraumverteidigung sprechen: "Wenn man Herbert Kickl zuhört, dann könnte man meinen, dass ein allein-österreichisches Raketenabwehrsystem genauso gut funktionieren würde, wie das europäische Sky-Shield-System. Dazu kann ich nur sagen: Herr Kickl, die Erde ist keine Scheibe! Um von Lissabon bis nach Kiew zu sehen, bräuchte man einen rund 900 Kilometer hohen Turm. Der Grund: Die Erdkrümmung."

Und genau diese Erdkrümmung spiele auch bei der Raketenabwehr eine enorme Rolle. Nur dank des Datenaustausches mit den anderen Ländern könne im Falle eines Angriffs auf Österreich schnell reagieren. "Denn Radar, Laser oder Infrarotsensoren sehen nur so weit, wie die Erdkrümmung es zulässt."

Deshalb sei es auch falsch, wenn die ÖVP vorgebe, es handle sich ausschließlich um eine Beschaffungsgemeinschaft mit gemeinsamer Wartung und Ausbildung. Hoyos: "Tatsache ist, gemeinsame Beschaffung und Logistik kann man auch ohne Beitritt zu Sky Shield erreichen. hat. Raketenverteidigung aber lebt von der frühen Gefahrenerkennung durch Datenaustausch und von den verschiedenen Ebenen der Abwehr. Je eher man eine einfliegende Gefahr erkennt, desto früher, öfter und effizienter kann man sie bekämpfen. Tauscht man Sensordaten nicht untereinander aus, minimiert man fahrlässig die Schutzfunktion. Wenn wir nicht Teil von Sky Shield sind, sind wir auch nicht Teil des Datenaustauschs und gefährden damit die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 06.02.2025, 17:58, 06.02.2025, 16:51
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