Auch neuer Name

Regierung fixiert neues Modell für die Bildungskarenz

Diese Woche ist die SPÖ "dran" mit dem Hauptthema für den Ministerrat. Am Mittwoch am Tisch: das Nachfolgemodell für die abgeschaffte Bildungskarenz.
Angela Sellner
01.04.2025, 17:01

Mit 1. April sind die ersten Maßnahmen der Regierung zur Budgetsanierung in Kraft getreten. Dazu gehört die Abschaffung der Bildungskarenz – diese Möglichkeit einer mehrmonatigen beruflichen Auszeit zwecks Weiterbildung wurde bisher vom AMS gefördert.

Wesentlicher Grund für die Abschaffung dieses Modells sind die stark gestiegenen Kosten dafür, die das Budget belasten – 2024 waren es 650 Millionen Euro. Zudem gab es immer wieder Kritik, dass die Bildungskarenz vor allem von ohnehin höher qualifizierten Personen oder zur Verlängerung der Elternkarenz genutzt wurde und damit am ursprünglichen Ziel vorbeigehe.

Mit dem Aus für dieses Modell der Bildungskarenz per 1. April will sich der Finanzminister heuer 350 Millionen Euro ersparen.

"Treffsichere Nachfolgeregelung"

Nachdem Qualifizierung und Weiterbildung aber hochgehalten werden sollen, ist im Regierungsprogramm eine "treffsichere Nachfolgeregelung" für die Bildungskarenz angekündigt, die ab 1. Jänner 2026 gelten soll.

Das neue Modell solle "so rasch wie möglich" präsentiert werden, wurde verkündet. Insbesondere SPÖ-Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann soll Tempo gemacht haben, um die neue Lösung in trockene Tücher zu bringen. Laut "Heute"-Informationen soll das reformierte Modell schon im Ministerrat am Mittwochvormittag Thema sein.

Der Themenschwerpunkt des Ministerrats werden in der Ampel-Regierung ja wöchentlich rotierend gesetzt (mit Ausnahme der Plenarwochen). Und diese Woche ist die SPÖ "dran".

Fokus auf ursprüngliches Ziel

Bis zuletzt wird dem Vernehmen nach an Details der Reform der Bildungskarenz gefeilt. Fix dürfte sein, dass die Maßnahme für den Neustart auch einen neuen Namen bekommt.

Im Regierungsprogramm bereits festgeschrieben ist, dass man die Bildungskarenz "treffsicher reformieren" will – "zur innerbetrieblichen Höherqualifizierung". Die Maßnahme soll wieder dem ursprünglichen Ziel der Weiterbildung zuvor weniger qualifizierter Arbeitnehmer dienen. Der Fokus soll laut Regierungsprogramm auf "Geringqualifizierte" gelegt werden.

Und zum "Tachinieren" soll die neue Bildungskarenz nicht mehr verführen – für Weiterbildungskurse werden die Anwesenheitsverpflichtungen und Erfolgsnachweise verschärft. Die Maßnahme direkt im Anschluss an eine Elternkarenz in Anspruch zu nehmen, soll nicht mehr möglich sein, steht im Regierungsprogramm.

Präsentieren wird das Reformmodell am Mittwoch nach dem Ministerrat Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ). Mit am Podium ist für die ÖVP Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer – er dürfte ausführen, was die reformierte Bildungskarenz für den Wirtschaftsstandort bringt. NEOS-Bildungsminister Christoph Wiederkehr schließlich wird das neue Qualifizierungsmodell aus Sicht seines Ressorts darstellen.

Übrigens: Wer mit seinem Arbeitgeber bis 28. Februar 2025 noch eine Bildungskarenz vereinbart hatte und diese späteste am 31. Mai antritt, erhält noch die bereits genehmigte Förderung.

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