"Schwierige Lage"

So viele Menschen erhalten jetzt AMS-Geld in Österreich

Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich gestiegen und betrifft aktuell alle Altersgruppen und Bundesländer. Sozialministerin Schumann spricht Klartext.
André Wilding
01.04.2025, 11:18

Vor dem Hintergrund der aktuellen Konjunkturlage zeigt sich die Arbeitsmarktentwicklung verhalten. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft aktuell alle Altersgruppen und Bundesländer. Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden erreicht im März den Gesamtwert von rund 397.100 (+27.400 bzw. +7,4 % gegenüber dem Vorjahr). Der Zuwachs an Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden gegenüber dem Vorjahr blieb jedoch über die letzten Monate weitgehend stabil und beschleunigte sich auch im März nicht substanziell, verbesserte sich aber auch nicht.

"Angespannte Lage"

Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann betont die Notwendigkeit entschlossenen politischen Handelns, um die Arbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen: "Wir haben international eine sehr angespannte wirtschaftliche Situation und eine sehr schwierige Arbeitsmarktlage. Österreich ist keine Insel – wir können uns von globalen und europäischen Trends nicht abkoppeln. Genau deswegen liegt ein Fokus im Regierungsprogramm auch auf dem Arbeitsmarkt und darauf, wie wir arbeitssuchende Menschen schnellstmöglich wieder in Beschäftigung bringen." Schumann verweist in diesem Zusammenhang auf das wachsende Potenzial älterer Arbeitnehmer.

"Menschen länger in Beschäftigung halten"

2024, dem ersten Jahr der Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters von Frauen, sind bereits erste Effekte am heimischen Arbeitsmarkt zu bemerken: So stieg die Zahl der unselbstständig beschäftigten 60-jährigen Frauen im Vergleich zum Vorjahr an. Auch die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe erhöhte sich allerdings markant. Schumann: "Genau dort müssen wir jetzt noch gezielter ansetzen. Wir müssen Menschen länger in Beschäftigung halten, etwa indem wir auf Prävention setzen und Arbeitsplätze altersadäquat gestalten. Im Regierungsprogramm setzen wir außerdem mit der Aktion 55 Plus gerade in diesem Bereich einen sehr wesentlichen Schwerpunkt."

Jugendarbeitslosigkeit überdurchschnittlich gestiegen

Die Arbeitslosigkeit liegt Ende März weiterhin um rund +24.900 Personen über dem Wert von 2024. Die Register-Arbeitslosenquote beträgt 7,4 Prozent (+0,5 Prozentpunkte gegenüber März 2024). Die Beschäftigung steigt leicht um geschätzte 0,2 Prozent (rund 8.000 Beschäftigungsverhältnisse) gegenüber dem Vorjahr.

- Die Arbeitslosigkeit von Frauen erhöhte sich im Februar mit +11,8 Prozent, während bei den Männern ein Anstieg von +6,7 Prozent zu verzeichnen ist.

- Die Jugendarbeitslosigkeit stieg Ende März 2025 überdurchschnittlich an (+12,0 Prozent). Auch die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden stieg deutlich (+14,9 Prozent oder +1.007).

- Die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft stieg um +11,6 Prozent an, während die Arbeitslosigkeit von Inländer:innen sich mit +6,5 Prozent unterdurchschnittlich erhöhte.

- Da die Zahl der Arbeitssuchenden schon über viele Monate ansteigend gewesen ist, wuchs auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen mit Status arbeitslos und mindestens einem Jahr AMS-Vormerkung auf rund 91.000 (+10.600 oder +13,2 Prozent).

"Nicht im Stich lassen"

Vor dem Hintergrund der aktuellen Arbeitsmarktdaten hält Arbeits- und Sozialministerin Schumann fest: "Wir lassen die Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, nicht im Stich. Sondern legen unser Augenmerk darauf, Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen."

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 01.04.2025, 11:22, 01.04.2025, 11:18
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