Tierisches Wissen

Deshalb dürfen Islandpferde nie wieder in die Heimat

Islandpferde sind vor allem durch ihre einzigartigen Gangarten bekannt. Doch verlässt ein "Isländer" die Heimat, darf er nie wieder zurück.
08.02.2025, 07:55

Island ist mit Sicherheit einmal einen Besuch wert, denn immerhin handelt es sich hier um "Das Land von Feuer und Eis" mit seinen Gletschern und Vulkanen. Doch nicht nur die Geografie ist einzigartig, sondern auch seine Fauna. Obwohl es sich bei Island nicht um das artenreichste Land Europas handelt, gibt es zumindest ein Tier, das weltbekannt ist: Das Islandpferd.

Pony oder Pferd

Rein von der Größe ist das Islandpferd meistens eigentlich ein Pony, oder Kleinpferd, mit einer maximalen Schulterhöhe von zwischen 135 und 150 Zentimetern. Das robuste Ross ist natürlich perfekt an das raue Klima der Vulkaninsel angepasst und unterscheidet sich vor allem mit den besonderen Gangarten, dem "Tölt" und dem "Pass" von seinen Artgenossen. Mit dieser Trittsicherheit rutschen sie weder im Sand noch bergauf oder bergab durch die karge Landschaft Islands.

Strenge Regeln

Isländer sind aufgrund der oben genannten Merkmale, aber auch wegen ihres entspannten Wesens natürlich nicht nur in ihrer Heimat beliebt. Sie eigenen sich viel zu gut als Sport-, aber auch Freizeitpferd mit großer Widerstandsfähigkeit, um nur in Island leben zu dürfen. Nun ist es aber so, dass ein Pferd aus Island, niemals wieder auf seine Insel zurückkehren darf, wenn es diese einmal verlassen hat.

Haustiere: Alles über Pferde

Die Bewohner achten nämlich mit großer Sorgfalt auf ihre weltweit einzigartige Rasse und "Mischlinge" sind keinesfalls gestattet. Es darf sich auch nur ein Pferd tatsächlich "Islandpferd" nennen, wenn sein Stammbaum lückenlos mit Tieren aus Island gefüllt ist. Der Grund liegt schon tausende Jahre zurück, denn die Islandpferde entwickelten sich von jenen Tieren, die bereits mit den ersten Siedlern – man könnte auch "Wikinger" sagen – aus Nordeuropa nach Island gebracht wurden.

Auf diese Ahnentafel ist man so stolz, dass 1909 parlamentarisch ein Gesetz verabschiedet wurde, welches die Einfuhr, oder den Import andere Pferde ins Land ausdrücklich verbietet. Lediglich bei ein paar Wallachen – also kastrierten Hengsten – machte man hin und wieder eine Ausnahme.

Hormon-Zapfhahn

Der Alltag für die Islandpferde in ihrer Heimat ist allerdings nicht immer sehr rosig, denn sie sind Hauptquelle des Schwangerschaftshormons "PMSG", welches für die Schweinemast genutzt wird.

"PMSG" - "Pregnant Mare Serum Gonadotropin"

Dieses Hormon wird von trächtigen Pferden gebildet und auf sogenannten "Blutfarmen" von den Tieren abgezapft.

Wird dieses Hormon den Säuen eines Schweinemast-Betriebes gespritzt, verändert man so den Zyklus und bewirkt, dass die Ferkel verschiedener Schweine ziemlich zeitgleich zur Welt kommen. Dadurch wird der Ablauf des Unternehmens erleichtert.

Über den Missbrauch der Pferde braucht man kaum nachdenken, denn ihnen wird über den Zeitraum von etwa elf Wochen wöchentlich mehrere Liter Blut abgezapft. Abgesehen vom psychischen und pysischen Leid, kommt es dadurch häufig zu Fehlgeburten.

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