Die beeindruckende Summe von rund 1,2 Millionen Euro konnte die Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Niederösterreich im Jahr 2024 für niederösterreichische Konsumenten sichern.
"Mehr als 50.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher suchten im vergangenen Jahr Rat und Hilfe bei der AK-Konsumentenberatung", sagte AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser kürzlich in einer Presseaussendung.
Dort heißt es, dass sich die Beratungsanliegen hauptsächlich um Themen wie Wohnen, Freizeitdienstleistungen sowie Bank- und Versicherungsdienstleistungen drehten. Und auch zum Dauerthema Energie bekamen die Berater eine nicht abreißende Anzahl an Anfragen. Ab März soll es ein neues Service zur Überprüfung von Versicherungen geben.
Mit 13.285 Anfragen war das Thema "Wohnen" der absolute Spitzenreiter unter allen Anfragen. Besonders in den Monaten nach dem verheerenden Hochwasser im September 2024 seien viele Fragen zu Mietrecht und Versicherungsansprüchen zu klären gewesen, schreibt die Arbeiterkammer.
Häufig wurde etwa gefragt, ob Vermieter eine Ersatzwohnung stellen müssten oder auch ob Mieter Anspruch auf Mietzinsminderung hätten. Eine Frage, die immer wieder aufkommt, ist jene, ob Vermieter die Miete erhöhen dürfen. Eine andere ist, was man tun kann, wenn vom Vermieter die Kaution nicht zurückgezahlt wird.
Im Bereich "Freizeitdienstleistungen und Digitalisierung" konnte die AK im gesamten Jahresverlauf über 9.300 Anfragen verzeichnen. Besonders häufig gingen Fragen zu Urlaubsbuchungen, Flugreisen sowie Problemen mit Paket- und Zahlungsdienstleistern ein. Schließlich sorgte aber auch die Insolvenz der kika/Leiner-Gruppe für ein deutlich höhere Beratungsaufkommen. Dazu schreibt die Arbeiterkammer:
"Am Beispiel der kika/Leiner-Insolvenz zeigte sich 2024 einmal mehr die Problematik von Vorauszahlungen. Ob bei Ticketbuchungen für Flugreisen, Hotelbuchungen oder Möbelkauf – oft ist der ganze Betrag im Voraus oder hohe Anzahlungen zu leisten. Dadurch wälzen Firmen ihr unternehmerisches Risiko auf ihre Kund:innen über."
Ein eigenes Thema sind Flugverspätungen und -annullierungen. Hier hebt die Arbeiterkammer hervor, dass sie in 40 Fällen, bei denen die AK erfolgreich Entschädigungszahlungen in Höhe von mehr als 20.000 Euro einfordern konnte.
Im Bereich "Banken und Versicherungen" wurden 7.916 Anfragen verzeichnet. Auch hier spielten Hochwasserschäden eine Rolle. "Und auch die nach wie vor hohen Leitzinsen brachten im Jahr 2024 wieder viele Kreditnehmer:innen unter Druck und bescherten ihnen anhaltende Mehrbelastungen bei Kreditraten und auch bei Leasingverträgen", schreibt die AK.
In vielen Fällen mussten Konsumenten die schmerzliche Erfahrung machen, dass ihre Versicherungen nach dem Hochwasser oft nur unzureichend zahlten. Viele Betroffene hatten mit unzureichenden Versicherungsleistungen und einer hohen Selbstbeteiligung zu kämpfen.
Etwa genauso viele Anfragen wie im Bereich "Wohnen" verzeichneten die beiden Bereiche Technik und Energie in Summe. Es waren insgesamt 13.300 Anfragen, die von der AK NÖ bearbeitet wurden. Besonders viele Anfragen kamen zu Problemen rund um die Installation neuer Heizsysteme, hier insbesondere auch Probleme bei der Umstellung auf Wärmepumpen.
Neben den klassischen Themen wie Heizsysteme und Photovoltaikanlagen, war auch der Bereich Digitalisierung ein wiederkehrendes Thema: "Gerade hier reicht die Schadenshöhe in manchen Fällen bis in hohe fünfstellige Bereiche, da Betrugsmaschen häufig schon KI-unterstützt sind und damit noch schwieriger zu erkennen sind", schreibt die AK.
Die Konsumenten holten sich nicht nur Informationen, sondern auch Unterstützung in Form von Interventionen. So intervenierte die AK in mehr als 1.100 Fällen direkt bei Unternehmen, die auf die Anliegen der Betroffenen nicht reagierten. In den meisten Fällen, sagt die Arbeiterkammer, führte das zu schnellen und erfolgreichen außergerichtlichen Lösungen.
"Der Konsumentenschutz ist nach wie vor ein zentrales Thema. Besonders die Beratung zu Versicherungsfragen nach dem Hochwasser hat die Dringlichkeit von tragfähigen Lösungen aufgezeigt", erklärt AK-Präsident Wieser.
Die hohe Nachfrage zeige einmal mehr, wie wichtig es sei, als Konsument gut informiert zu sein, so Wieser weiter. In einer Zeit, in der viele Konsumenten mit unerwarteten Belastungen und großer Unsicherheit konfrontiert seien, bleibe die AK Niederösterreich eine verlässliche Anlaufstelle.
Erstmals ab 31. März 2025 bietet die Arbeiterkammer den "AK-Versicherungscheck", ein neu geschaffenes Service, mit dem Konsumenten ihre bestehenden Versicherungsverträge überprüfen lassen können.