Geldregen für die Manager

8,5 Mio. Bonus für Bosse, aber kein Geld für Arbeiter

KTM wird trotz der Pleite fortgeführt. Das wurde am Freitag entschieden. Kurz vor der Insolvenz hat der Vorstand jedenfalls noch gut verdient.
Oberösterreich Heute
20.12.2024, 19:58
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Es wird ein schwieriges Weihnachtsfest für Alex W. (36, Name geändert) und seine Familie. Viele Jahre war er in der Produktion von KTM in Mattighofen beschäftigt. Vor ein paar Tagen erhielt er seine Kündigung. So wie Hunderte andere KTM-Beschäftigte. Das Unternehmen wankt gewaltig, am Freitag wurde zumindest die Fortführung bestätigt.

Gegenüber "Heute" erklärte W., dass er die letzte reguläre Auszahlung am 15. November bekommen hat. "Anfang Dezember haben wir im Durchschnitt nur 300 Euro bekommen", so der Mann. Die nächste Überweisung erwarte er nun erst nach Weihnachten, nämlich am 15. Jänner.

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Richtung Vorstand sprudelten die Millionen

Gleichzeitig zeigen neue Zahlen aus einem Dokument von KTM, welche üppigen Gagen der achtköpfige Vorstand der Pierer Mobility AG – die zu KTM gehört – im vergangenen Jahr ausbezahlt bekommen hat. Es geht um Summen in Millionenhöhe. "Heute" hat sich den Vergütungsbericht genauer angesehen.

Alleine der Jahresbonus für 2023 betrug demnach 1.532.534,15 Euro ("Im betroffenen Geschäftsjahr für variable Vergütungsansprüche, die dasselbe Geschäftsjahr betreffen, zurückgestellter Betrag.") Und dazu kamen noch 6.993.314,33 Euro für das Jahr davor.

Konkret heißt es in dem Dokument dazu: "Im betroffenen Geschäftsjahr für variable Vergütungsansprüche, die das vorangegangene Geschäftsjahr betreffen, ausbezahlter Betrag."

Macht insgesamt also rund 8,5 Millionen Euro an Boni, die laut Bericht 2023 ausbezahlt wurden.

Die hohen Summen könnten bei den vielen Mitarbeitern, die entgegen der ursprünglichen Ankündigung das Dezember-Gehalt doch nicht bekommen haben, für Irritationen sorgen. Die Tage vor Weihnachten waren für Alex W. gelinde gesagt schwierig.

Frust bei Gekündigten

"Wir Gekündigten mussten schon bald wieder unserer Arbeitspflicht nachkommen", sagt Alex W. zu "Heute". Was das heißt: "Etwa 30 in unserer Abteilung saßen einfach im Aufenthaltsraum. Da gibt es eine Kaffeemaschine und einen Kühlschrank. Wir haben viel geredet, manche sind rauchen gegangen – das ist reine Schikane." Dann sagt er noch: "Das ist grauenhaft, habe ich mich beim Betriebsrat beschwert. Er meinte einfach, das ist unsere 'Arbeitspflicht' – Frechheit!"

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