Keine Einigung auch in der vierten Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag für die 12.000 Beschäftigten bei den privaten Autobusbetrieben, Gewerkschaft und Arbeitgeber lagen erneut (zu) weit auseinander. Die Folge wird wohl tausende Fahrgäste treffen: Am Donnerstag, 20.2.2025, findet ein erster Warnstreik an mehreren Stützpunkten in ganz Österreich in den Morgenstunden von 4 bis 6 Uhr statt. Gibt es danach noch immer keine Einigung, sind österreichweite Streiks an allen Betriebsstätten möglich.
"Die Arbeitgeber haben heute erneut kein substanziell verbessertes Angebot auf den Tisch gelegt. Unsere Forderungen nach einer spürbaren Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Buslenker:innen werden nach wie vor nicht ernst genommen", beklagt Anil Zümrüt von der Gewerkschaft vida. Einig sei man sich zwar bei der Abgeltung der rollierenden Inflation von 3,5 Prozent – bei den Arbeitsbedingungen gebe es aber "lediglich marginale, aber keine echten Entlastungsmaßnahmen". Gefordert wird ein "sinnvolles und akzeptables Angebot".
Die Wirtschaftskammer Österreich wiederum bezeichnet den Streik als "unverantwortlich". "Niemand, der Verantwortung für die Busbranche trägt, kann eine Forderung nach einer fast 10-prozentigen Lohnsteigerung erfüllen, denn das wäre Beihilfe zum wirtschaftlichen Selbstmord und gefährdet tausende bislang sichere Arbeitsplätze", so Martin Horvath, Chefverhandler der Busbranche in der WKÖ. In den jüngsten sechs Jahren sei der Einstiegslohn um 45 Prozent erhöht worden, liege bei 2.850 Euro netto (inkl. Diäten und 3,5h wöchentlichen Überstunden).
"Die Warnstreiks, bei denen frustrierte Pendlerinnen und Pendler, schulpflichtige Kinder und verärgerte Fahrgäste in Geiselhaft genommen werden, untergraben die Grundprinzipien eines fairen Dialogs“, so Horvath. Als "Mogelpackung" bezeichnet dagegen der vida-Gewerkschafter das Angebot der Arbeitgeber. So wäre etwa eine Entlastung bezüglich geteilter Dienste und Pausen weiterhin an Einkommenseinbußen geknüpft, heißt es. Und: "Bezüglich einer Ausweitung des Nachtzuschlags haben sich die Arbeitgeber gar nicht bewegt."