Täter gestoppt

Todesfahrt in Mannheim – Taxilenker wurde zum Helden

Zwei Menschen wurden bei einer Amokfahrt in Mannheim getötet. Durch sein beherztes Eingreifen verhinderte ein Taxilenker wohl noch Schlimmeres.
Newsdesk Heute
04.03.2025, 13:15

Nach der verheerenden Amokfahrt eines 40-Jährigen in Mannheim steht Deutschland weiterhin unter Schock. Mit hoher Geschwindigkeit war der Mann mit seinem Auto in eine Menschenmenge gerast. Zwei Menschen wurden dabei getötet, mindestens zehn weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine 83-jährige Frau sowie einen 54-jährigen Mann.

Taxilenker wurde zum Helden

Dass der Deutsche rasch von der Polizei gefasst werden konnte, ist wohl einem Taxilenker aus Pakistan zu verdanken. Der 50-Jährige konnte den Amoklenker in der Nähe des Arbeitsgerichts zum Anhalten zwingen. Der Tatverdächtige ergriff daraufhin zu Fuß die Flucht, konnte rund einen Kilometer entfernt von Beamten festgenommen werden. Bei seiner Verhaftung schoss sich der polizeibekannte Mann mit einer Schreckschusspistole selbst an – "Heute" berichtete.

"Ein Taxifahrer ist dem Auto gefolgt. Er ist für mich der Held", wird ein Polizist in der "Bild"-Zeitung zitiert. Wie Jürgen Schwarz, der Vorstand der Taxizentrale Mannheim, gegenüber RTL bestätigte, handelt es sich um Afzal Muhammad. Zum Tatzeitpunkt soll er in einem Taxistand am Paradeplatz auf Kundschaft gewartet haben und schließlich die Verfolgung aufgenommen haben. Dabei stieß der Amoklenker gegen eine Wand. "Er ist dann ausgestiegen, hat sofort eine Waffe gezogen und geschossen, allerdings nicht auf das Taxi und den Fahrer", schildert Schwarz weiter. Sein Fahrer stehe unter Schock, musste danach im Krankenhaus behandelt werden.

Skizze in Todes-Auto entdeckt

Laut aktuellen Erkenntnissen soll der mutmaßliche Täter seine Fahrt minutiös geplant und auch berechnet haben. Im Zuge der Spurensicherung im Fahrzeug konnte eine Skizze mit mathematischen Berechnungen zum Bremsweg sichergestellt werden. Auf dem Zettel sei zudem am oberen Ende ein lachendes Gesicht unscharf zu erkennen, sowie zwei Herzen.

Bereits in der Vergangenheit soll Alexander S. polizeilich in Erscheinung getreten sein, jedoch nicht im Zusammenhang mit Extremismus oder Terror. Dazu gehören eine Körperverletzung, für die er vor mehr als zehn Jahren eine kurze Freiheitsstrafe verbüßte, sowie ein Fall von Trunkenheit im Verkehr. Zuletzt wurde er 2018 wegen eines Hasskommentars auf Facebook zu einer Geldstrafe verurteilt. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, soll es "konkrete Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Täters" geben.

Einvernahme noch am Dienstag

Der 40-Jährige konnte mittlerweile aus dem Spital entlassen werden und befindet sich in Polizeigewahrsam. Gegen ihn wird wegen zweifachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes ermittelt. Noch im Laufe des Dienstags soll der Deutsche einvernommen werden. Durch die Befragung erhoffen sich die Ermittler weitere Erkenntnisse zum Motiv.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 04.03.2025, 15:19, 04.03.2025, 13:15
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