Toter im Marchfeldkanal
Stückelmord: Bei Ausflug mit Frau Leichenteile abgeholt
Ein Iraner (39) steht wegen Mordes vor Gericht in Wien. Er soll einen Bekannten erschlagen, die Leiche zersägt und versenkt haben. War es wirklich so?
Der Medienandrang war am Dienstag (10.12.) groß, die Handschellen wurden dem Iraner (39) erst am Platz im Gerichtsaal abgenommen. Der vollbärtige Hüne soll am 15. November 2023 nach einem Streit um Geld einen Landsmann (45) mit einem Zimmerer-Hammer erschlagen, die Leiche in der Badewanne zerteilt – und im Marchfeldkanal versenkt haben, wir berichteten.
Von Bekannten Koffer ausgeborgt
Für den Abtransport der Leiche waren mehrere Fahrten und viele Gepäckstücke nötig. Der 39-Jährige soll sich dafür am 17.11. bei einem Bekannten einen großen Koffer ausgeborgt haben. Dieser wurde später von der Polizei in der Wohnung des Iraners gefunden. "Der Leichenspürhund schlug darauf an", so die Richterin.
Leichenteile bei Ausflug abgeholt
Bei einem Ausflug mit seiner damaligen Frau soll der Iraner einen Umweg genommen haben und zur Wohnung des Mordopfers gefahren sein. Laut Richterin holte er "einen Trolley mit Überresten" aus der Wohnung, fuhr dann gemeinsam mit seiner Begleiterin nach Floridsdorf.
"Was war mit den Tatortreinigern der Mafia", fragte die Vorsitzende. "War das nicht unprofessionell?" Der Angeklagte hatte zuvor erzählt, ein Team der albanischen Mafia habe die Leiche zerteilt, den Tatort professionell gereinigt. Er sei dazu gezwungen worden, auf seinen Bekannten mit dem Zimmerer-Hammer einzuschlagen.
Zerstückelte Leiche im Marchfeldkanal
45-Jähriger wurde in Wien getötet, die Ermittlungen sind abgeschlossen
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Laut Gerichtsgutachter wurde dem Opfer mit der spitzen Seite des Hammers einmal gegen den Scheitel und zwei Mal gegen die linke Schläfe geschlagen. Am Hals hatte das Opfer eine großflächige Schnittverletzung. Laut dem Experten wurde die Leiche "nicht professionell" zerlegt.
Wohnung blitzblank geputzt
Die Polizei fand heraus, dass der Verdächtige kurz nach der Tat Chlor-Putzmittel und Handschuhe in einem nahen Supermarkt kaufe – wahrscheinlich um die Wohnung des Opfers blitzblank zu putzen. Die Tatwaffe soll er dann auf einen geparkten Pritschenwagen in Wien-Währing gelegt haben.
Urteil erst nach Weihnachten
"Ich bin schuldig", so der Iraner vor Gericht. Jedoch sei er von Mafia-Mitgliedern gezwungen worden. Der Staatsanwalt sieht darin eine Schutzbehauptung, denn Beweise für einen Mafia-Hintergrund gibt es nicht. Ein Urteil wird erst nach Weihnachten fallen, die Unschuldsvermutung gilt!
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Auf den Punkt gebracht
- Ein 39-jähriger Iraner steht vor Gericht, weil er beschuldigt wird, einen Landsmann nach einem Streit um Geld mit einem Zimmerer-Hammer erschlagen, die Leiche zerteilt und im Marchfeldkanal versenkt zu haben.
- Der Angeklagte behauptet, von der albanischen Mafia dazu gezwungen worden zu sein, doch der Staatsanwalt sieht darin eine Schutzbehauptung, da es keine Beweise für einen Mafia-Hintergrund gibt.
- Ein Urteil wird erst nach Weihnachten erwartet.