"Große Gefährdung"
Geheim-Radar enthüllt – jetzt spricht der Bürgermeister
Lenker sind gespalten: Die einen sehen in einem neuen Geheim-Radar Abzocke, andere mehr Sicherheit. Jetzt hat sich der zuständige Stadtchef gemeldet.
Die Tempo-Limits in Oberösterreichs fünftgrößter Stadt – Traun (Bez. Linz-Land) mit rund 25.000 Einwohnern – sind vielen schnurzegal. Immer wieder wurden traurige Geschwindigkeits-Rekorde aufgestellt. Bürgermeister Karl-Heinz Koll (ÖVP) griff daher zu einer drastischen Maßnahme: Er ließ ein mobiles Radargerät installieren, das seit dem Herbst unerbittlich blitzt.
Eine erste Bilanz hat es in sich: Tausende Bleifüße wurden erwischt – pro Tag an die 60. Laut Koll fahren etwa zehn Prozent aller Lenker zu schnell. Vor allem das Verhalten von Pendlern ist demnach bedenklich.
„Ab 35 km/h gibt's schöne Bilder samt Spende in die marode Stadtkasse.“
In den sozialen Netzwerken wird der weiße VW Caddy, der immer wieder seinen Standort wechselt, kontrovers diskutiert. Vor wenigen Tagen dann die Enthüllung: Ein Facebook-User hat Fotos des Fahrzeugs auf Facebook gepostet. Sein süffisanter Kommentar: "Ab 35 km/h gibt's schöne Bilder samt Spende in die marode Stadtkasse."
Nun hat sich der Bürgermeister in die heftige Diskussion um das Blitzer-Auto eingeschaltet: Angesichts der Vielzahl an zu schnellen Lenkern müsse man von "einer großen Gefährdung für alle anderen Verkehrsteilnehmer" sprechen. Der Politiker verweist auf traurige Zahlen: 396 Menschen haben im Vorjahr auf Österreichs Straßen ihr Leben gelassen. In mehr als der Hälfte der Fälle waren Unachtsamkeit und überhöhte Geschwindigkeit schuld.
Aufregung über mobiles Radar
Nicht nur in Traun sorgen geheime Radargeräte ohne fixen Standort für Aufregung. Sie ertappen auch in anderen Gemeinden regelmäßig Tempo-Sünder.
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Wirksame Maßnahme
"Uns muss allen klar sein, worum es hierbei geht: um die Sicherheit unserer Kinder, Familienangehörigen und Freunde – also um die Sicherheit von uns allen", so Koll weiter. Dafür brauche es das Radar-Auto. Vergleiche mit anderen Gemeinden würden zeigen, dass diese Maßnahme langfristig wirkt.