Das Geldkarussell des René Benko, das laut Ermittlern nach der krachenden Signa-Pleite in Gang gebracht worden sein dürfte, soll schwindelerregende Ausmaße angenommen haben. Möglicherweise mittendrin, statt nur dabei: Benkos 74-jährige Mutter Ingeborg.
Die pensionierte Kindergartenpädagogin soll ihrem Sohn René auch nach dessen Pleite weiterhin einen luxuriösen Lebensstil ermöglicht haben und Millionen Euro für ihn verschoben haben, so der Vorwurf der WKStA. Im Zentrum der Ermittlungen sind zwei Stiftungen: Erstens, die in Liechtenstein angesiedelte Ingbe (kurz für: Ingeborg Benko) und zweitens: die bestens bekannte Laura Privatstiftung aus Innsbruck, die nach Benkos Tochter benannt ist.
Bei beiden Konstrukten ist die Mutter Hauptbegünstigte, finanziell am meisten profitiert haben soll jedoch ihr am Papier völlig mittelloser Sohn – wir berichteten. Nun tauchen Aussagen auf, die René Benko ordentlich in Bedrängnis bringen. Denn niemand geringerer als Hans-Peter Haselsteiner soll gegenüber Ermittlern ausgepackt haben und wusste Brisantes zu berichten.
Benko habe nämlich ihm gegenüber diverse Geldflüsse erläutert: "Das macht die Laura Privatstiftung bzw. das macht die Mama“. Wie genau, das erklärte ihm der gefallene Immo-Jongleur auch noch höchstpersönlich: "Die Mama kriegt immer von der Laura Privatstiftung das Geld und schenkt es mir dann" oder "die Mama kauft uns etwas ab" – wie praktisch.
Die WKStA geht aufgrund aller gesammelten Beweise und den Aussagen ehemaliger Wegbegleiter davon aus, dass nicht die Mama, sondern vielmehr Benko selbst in besagten Stiftungen "ungehindert" gewaltet und "unmittelbar über ihr Vermögen" verfügt habe. Es sei "anzunehmen, dass die Stiftungskonstruktion lediglich zum Schein besteht" und die Frau Mama, der von Ermittlern sowohl Know-How als auch Motivation für das mutmaßlich kriminelle Geldkarussell abgesprochen wird, als reine "Strohfrau" eingesetzt wurde. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.
René Benko sitzt bekanntlich seit vergangener Woche wegen des Vorwurfs des schweren Betrugs in U-Haft. Immerhin: Dem gefallenen Ex-Milliardär wurde dem Vernehmen nach vor der Festnahme zumindest noch ermöglicht, Anzug und Krawatte gegen bequemere Markensportbekleidung auszutauschen. Benko sitzt immer noch in einer videoüberwachten Einzelzelle im Erdgeschoß der Justizanstalt Josefstadt, soll dort mit der neuen Situation mehr schlecht als recht zurechtkommen.
Was wird Benko konkret vorgeworfen?
René Benko soll unter anderem faktischer Machthaber und wirtschaftlich Berechtigter der Laura Privatstiftung sein und dies im Rahmen seiner persönlichen Insolvenz verheimlicht haben. Damit habe er Vermögenswerte verschleiert und das in der Stiftung vorhandene Vermögen weiterhin dem Zugriff von Behörden, Masseverwaltern und Gläubigern entzogen.
Außerdem soll der SIGNA-Gründer nachträglich eine Rechnung hergestellt und damit Beweismittel gefälscht haben, um drei hochpreisige Schusswaffen dem Zugriff von Behörden, Masseverwaltern und Gläubigern zu entziehen.
Verständlich: Gesiebte Luft kann nicht nur Menschen, die früher mit Privatjet oder via Heli zwischen schönsten Villen hin- und herwechselten wie es ihnen beliebt, ordentlich zusetzen. Laut "Heute"-Infos sei es im Grauen Haus durchaus schon einmal vorgekommen, dass sich Ungeziefer in eine Häftlings-Unterkunft verirrt. Der Menüplan ist sicherlich auch nicht unbedingt ganz nach Benkos Geschmack und vermutlich anders, als "von draußen" gewohnt. Am Donnerstag gab es mittags gebratenen Rinder-Leberkäse, zum Nachtmahl wurde "Polnische" mit Schwarzbrot gereicht.