Krankheitswelle

Wochenlang krank – Virologin verrät den Grund

Die Grippe tobt in Österreich. Viele fühlen sich seit Wochen permanent krank. Was dafür verantwortlich ist, weiß Virologin Monika Redlberger-Fritz.
Heute Life
13.02.2025, 12:38

Trockener Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und dann auch noch Fieber – unter diesen Symptomen leiden derzeit sehr vielen Menschen. Fast 300.000 Österreicherinnen und Österreicher hüten aktuell aufgrund einer Influenzainfektion oder einem grippalen Infekt das Bett. Und das wird sich so schnell nicht ändern. "Wir haben nach wie vor eine sehr starke und weiterhin zunehmende Influenzavirusaktivität in Österreich", erklärt Monika Redlberger-Fritz im "Heute"-Gespräch. Die Virologin leitet das Diagnostische Influenzanetzwerk Österreich (DINÖ) an der MedUni Wien.

Demnach dominieren die Influenza-Stämme A(H1N1)pdm09 und Influenza B(Victoria) mit etwa 60 Prozent nach wie vor das Infektionsgeschehen im ganzen Land. Betroffen seien alle Altersgruppen. "Kinder ebenso wie Erwachsene."

Eine Welle nach der anderen

Warum einige Menschen seit Wochen durchgehend krank sind oder sich zumindest so fühlen, liege jedoch nicht an der echten Grippe alleine. Unterschiedliche Viren und Bakterien seien dafür verantwortlich, sagt die Expertin. "Im Grunde haben wir einen ganz normalen Winter, in dem es von einer Viruswelle in die nächste übergeht. Der einzige Unterschied ist, dass Corona dazugekommen ist." Angefangen habe es mit Covid-19, dann kamen die Parainfluenzaviren und direkt darauf die Influenzaviruswelle, die nun schon seit Wochen anhält und "momentan sehr, sehr stark ist."

„Der einzige Unterschied ist, dass Corona dazugekommen ist.“

Vor allem Personen, die gerade erst von einer Erkrankung genesen sind, neigen aufgrund ihres geschwächten Immunsystems zu einer Ansteckung mit einem neuen Erreger. "Das ist nicht ein einziges Virus, mit dem man sechs, sieben, acht Wochen lang krank ist, sondern eine immer wiederkehrende Neuinfektion mit ganz unterschiedlichen Viren, die gerade zirkulieren."

Erhöhte Aufmerksamkeit

Doch stärker oder aggressiver als früher sei kein Virus. "Mit Corona ist einfach die Awareness gegenüber Krankheitssymptomen gewachsen. Es ist ganz normal, dass auch Erwachsene mehrmals im Winter einen Schnupfen durchmachen", erklärt Redlberger-Fritz. Allerdings sei das früher ganz normal gewesen und man sei trotzdem zur Arbeit gegangen. Seit der Corona-Pandemie würden jedoch bereits beim ersten Schniefen die Alarmglocken schrillen.

Das dürfte auch noch länger andauern, da ein Ende der Grippewelle noch nicht in Sicht ist und die nächsten Viren schon in den Startlöchern stehen. "Ob als nächstes die Metapneumoviren zunehmen oder RSV übernimmt, kann man jetzt noch nicht sagen", so die Virologin.

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