Der grüne Vizekanzler kennt sich aus, sein Vorstoß betrifft ihn selbst. Werner Kogler lebt in Wien im gasbeheizten Altbau, wie er im ORF-Sommergespräch verriet. Er sei den Gaspreisen wie rund 354.000 andere Mieter hilflos ausgeliefert. "Die Mieter bekommen eine hohe Rechnung, haben aber selbst null Spielraum, ihr Heizsystem zu ändern", so Kogler zu "Heute". Das sei wertmindernd.
Sein Vorschlag: Der Richtwertzins, der in jedem Bundesland unterschiedlich ist, müsste gesenkt werden, wenn mit Gas geheizt wird. Das sei leicht umsetzbar. Das Justizministerium arbeite schon an Lösungen.
Kogler will "Anreize für Zinshausbesitzer schaffen, auf erneuerbare Heizsysteme umzurüsten. Und Mieter spürbar entlasten."
Die rote Wiener Mietervereinigung applaudiert verhalten. Eine Reduktion der Richtwerte von 25 Prozent bei nicht klimagerechten Gebäuden habe man bereits im November 2021 gefordert. Jetzt habe Kogler schnell "aus der Hüfte geschossen", aber das sei besser als nichts.
In Wien beträgt der Richtwertzins derzeit 6,15 Euro/m². Mieter einer durchschnittlichen 80-m²-Wohnung könnten im Jahr 1.626 Euro Miete sparen, rechnet die Mietervereinigung "Heute" vor.
Der Koalitionspartner ÖVP kann dem Kogler-Vorstoß einiges abgewinnen: Das werde geprüft, hieß es aus dem Kanzleramt.