Antrag fix im Parlament

Top-Posten, Gebühr: Dieser Babler-Plan für ORF kommt

Die Regierung will mit ihrer Mehrheit am Donnerstag Andreas Bablers ORF-Novelle im Nationalrat durchpeitschen. "Heute" liegt der Entwurf vor.
Newsdesk Heute
25.03.2025, 14:25

Heimlich, still und leise wollte Medienminister Andreas Babler (SP) die Novelle zum ORF-Gesetz im Parlament einbringen. Die Details erläuterte er Ende vergangener Woche lediglich einigen handverlesenen Journalisten (u.a. "Der Standard") in einem Hintergrundgespräch. Die drei größten Zeitungshäuser sowie die privaten Mitbewerber des ORF waren nicht zugelassen.

Sieben Seiten Abänderungsantrag

"Heute" liegt nun der Entwurf des siebenseitigen Abänderungsantrags, der am Donnerstag den Nationalrat passieren soll, vor. Die Notwendigkeit zur ­Reparatur ergibt sich durch ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs. Dieser hat den Bestellmodus für ORF-Stiftungs- und -Publikumsrat als teilweise verfassungswidrig aufgehoben. Eine Entpolitisierung der wichtigsten Gremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sucht man auch jetzt vergeblich.

Ausschreibung für Stiftungsrats-Interessenten

Stattdessen greift Babler zu einer Art "Hütchenspiel". Wie von "Heute" berichtet, entsendet die Bundesregierung zwar nur noch sechs statt bisher neun Mitglieder in den ORF-Stiftungsrat. Im Gegenzug darf der Publikumsrat jedoch neun statt sechs Mandatare im zentralen Stiftungsrat stellen. Medienminister Babler hat im Vorfeld eine öffentliche Ausschreibung (für mindestens eine Woche) für Interessenten an einem Mandat zu veranlassen.

Die derzeitigen Mitglieder im ORF-Stiftungsrat

  • Hildegard AICHBERGER (Bundesregierung)
  • Ewald ASCHAUER (Bundesregierung über Vorschlag der ÖVP)
  • Jürgen BEILEIN (Bundesregierung)
  • Gerhard Berti (Zentralbetriebsrat)
  • Michael CESAR (Zentralbetriebsrat)
  • Andrea DANMAYR (Publikumsrat)
  • Ulrike DOMANY-FUNTAN (Salzburg)
  • Herbert FECHTER (Bundesregierung)
  • Alfred GEISMAYR (Vorarlberg)
  • Katharina HOFER (Oberösterreich)
  • Herwig HÖSELE (Bundesregierung)
  • Christiana JANKOVICS (Zentralbetriebsrat)
  • Norbert KETTNER (Wien)
  • Christian KOLONOVITS (Burgenland)
  • Andreas KRATSCHMAR (Publikumsrat)
  • Stefan KRÖLL (Tirol)
  • Michaela KRÖMER (Publikumsrat)
  • Heinz LEDERER (Bundesregierung über Vorschlag der SPÖ)
  • Lothar LOCKL (Bundesregierung über Vorschlag DIE GRÜNEN)
  • Sophie MATKOVITS-FUTSCHIK (Publikumsrat)
  • Franz MEDWENITSCH (Bundesregierung)
  • Michael MEYER (Publikumsrat)
  • Helmut MIERNICKI (Niederösterreich)
  • Siggi NEUSCHITZER (Kärnten)
  • Sigrid PILZ (Bundesregierung)
  • Thomas PRANTNER (Steiermark)
  • Marianne SCHÜTTNER (Zentralbetriebsrat)
  • Gregor SCHÜTZE (Bundesregierung)
  • Gudrun STINDL (Zentralbetriebsrat)
  • Petra STOLBA (Publikumsrat)
  • Ruth STRONDL, MAS (Bundesregierung)
  • Bernhard TSCHREPITSCH (Bundesregierung)
  • Peter WESTENTHALER (Bundesregierung über Vorschlag der FPÖ)
  • Thomas ZACH (Bundesregierung über Vorschlag der ÖVP)
  • Anita ZIELINA (Bundesregierung über Vorschlag der NEOS)

Dieser Publikumsrat wiederum wird unter anderem von den Parteiakademien, ÖGB, AK, Sozialversicherung, Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer sowie katholischer und evangelischer Kirche beschickt.

Stiftungsräte bleiben eingefroren

Wie nun aus dem "Heute" vorliegenden Dokument hervorgeht, soll bei der Auswahl der sechs Stiftungsräte, die die Regierung stellen darf, das Stärkeverhältnis der politischen Parteien im Nationalrat berücksichtigt werden. Die Bestellung erfolgt letztlich aber auf Vorschlag der Regierung hin. Und: Auch künftig bleiben alle Mitglieder des Stiftungsrates so lange im Amt, bis die Funktionsperiode des Stiftungsrates endet. Auch veränderte politische Mehrheitsverhältnisse – etwa durch vorgezogene Nationalratswahlen – ändern daran nichts.

Babler behält Haushaltsabgabe 4 weitere Jahre bei

Heißt: Die Auswahl von Stocker, Babler und Meinl-Reisinger  "pickt" jetzt für zumindest vier Jahre. Ebenfalls zementiert ist der ORF-Beitrag: Jeder Haushalt muss nun zumindest bis 2029 monatlich 15,30 Euro Fernsehgebühr entrichten. Dieser Beitrag darf allerdings auch nicht erhöht werden.

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{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 25.03.2025, 17:10, 25.03.2025, 14:25
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