Derzeit legt eine Erkältungswelle nach der anderen Österreich lahm. Das weckt Erinnerungen an einen alten TikTok-Trend: Knoblauch in der Nase. Die würzigen Zehen sollen gegen Schnupfen und vor allem verstopfte Nasen helfen.
In jedes Nasenloch eine Zehe stecken, 15 bis 20 Minuten abwarten und anschließend die Heilpflanze wieder herausnehmen. Das Ergebnis: Das Nasensekret fließt wie am laufenden Band – wie in zahlreichen Tiktok-Videos zu sehen ist.
Aber funktioniert das wirklich oder macht der Trick die Symptome womöglich noch schlimmer?
Der Mediziner Dr. Duane Mellor und der Humanbiologe Prof. James Brown klären im Wissenschaftsmagazin "The Conversation" auf: "Dieser Trick ist nicht nur wirkungslos, sondern kann sogar gefährlich werden. Wenn du etwas in deine Nase steckst, blockiert das zunächst den Schleimfluss", erklärt Brown. "Entfernst du es, beginnt der Schleim zu fließen – das ist aber keine Heilung", so Brown weiter. Das Einführen von Fremdkörpern wie Knoblauchzehen kann zudem die empfindliche Nasenschleimhaut reizen oder verletzen.
Knoblauch enthält Verbindungen, die auf der Haut und den Schleimhäuten stark reizend wirken können. "Bei empfindlichen Menschen besteht das Risiko, dass sich die Schleimhaut entzündet oder beschädigt wird", sagt Mellor. Laut dem Mediziner ist daher vom Knoblauch-Trick dringend abzuraten: "Knoblauch hilft nicht gegen Schnupfen und kann sogar alles noch schlimmer machen."
Wenn du eine verstopfte Nase hast, gibt es erprobte und sichere Methoden: Eine Nasenspülung mit Salzwasser oder spezielle Nasensprays können dabei helfen, die Atemwege sanft zu befreien. Auch das Inhalieren mit Kamille oder Pfefferminzöl gilt als wirksam und reizt die Schleimhäute nicht.
Wer trotzdem Knoblauch in seine Genesungsreise einbauen möchte, integriert diesen besser in die Ernährung: Der im Knoblauch enthaltene Inhaltsstoff Allicin ist für seine heilende Wirkung bekannt und gilt als natürlicher Virenhemmer.