Hemetsberger ging in die mit einer Stunde Verspätung gestartete erste Abfahrt auf der legendären Streif mit der Startnummer zwei. Und sorgte für eine frühe Schrecksekunde. In der Steilhang-Ausfahrt wurde der Oberösterreicher viel zu weig, krachte beinahe ins Fangnetz. Akrobatisch verhinderte Hemetsberger einen schweren Sturz ins Fangnetz, stützte sich vor dem Ziehweg aber noch ab, konnte weiterfahren.
Der Lauf war damit jedoch gelaufen. Mit 3,75 Sekunden war der Rückstand des ÖSV-Topläufers riesengroß, Hemetsberger rutschte deutlich aus den Punkterängen heraus. Und war nach dem Rennen offensichtlich geladen. Denn der 30-Jährige schaute nicht beim "ORF" für ein Interview vorbei, sondern verließ den Zielraum wortlos.
Ebenso nicht zufrieden war Otmar Striedinger, als 20. (+1,67) der zweitbeste ÖSV-Läufer, nach Vincent Kriechmayr als Siebter. "Zufrieden kann ich nicht sein, aber ich wollte es nicht unversucht lassen. Die letzten drei Tage bin ich im Bett gelegen – nicht die beste Vorbereitung auf die Streif. Aber ich habe gemerkt, dass ich nicht genug Körner im Tank habe. Das war ein Überlebenskampf", atmete der Kärntner, der zuletzt erkältet war, durch.
"Der erste Teil war sehr gut. Oberhausberg und Hausberg findet man viel Zeit, da bin ich zu taktisch gefahren, habe zu sehr auf die Linie geschaut. So wollte ich es aber auch nicht anlegen, aber selber schuld", ärgerte sich Kriechmayr. "Vielleicht habe ich mich ein wenig einschüchtern lassen. Für morgen weiß ich, dass ich es von oben bis unten durchziehen muss", meinte der Freitags-Sieger aus dem Vorjahr.