Gesundheit

Warum wir von Eis "Hirnfrost" bekommen

Ein großes Eis oder eine kalte Limo an einem heißen Sommertag und schon sticht und schmerzt es im Kopf. Wie und warum Kältekopfschmerzen entstehen.
Christine Scharfetter
15.05.2022, 16:13

Viele Menschen schwören an sonnigen Tagen auf ein schönes Eis oder eiskalte Getränke und fast genauso viele kennen den anschließend unangenehm stechenden Schmerz im Kopf. Tatsächlich fühlt sich dieser Schmerz so an, als würde das Gehirn ganz kurz einfrieren – im Englischen ist das Phänomen der Kältekopfschmerzen daher auch als "brain freeze", also Hirnfrost, bekannt.

Die gute Nachricht vorweg: Auch wenn das Gefühl sehr unangenehm ist, es hält nur wenige Sekunden an und ist nicht bedenklich. Bei dem Kältekopfschmerz handelt es sich um eine normale Reaktion des menschlichen Körpers.

Ganz normaler Schutzreflex

Der Kältekopfschmerz wird durch eine plötzlich eintretende Kälte im Mundraum ausgelöst und soll ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers sein.

Dabei soll sich der Kältereiz auf die Blutgefäße des Rachens und des Gaumens übertragen. Es kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße und einem abrupten Anstieg des Blutflusses in der vorderen Hirnschlagader, um einen Verlust der Körpertemperatur zu verhindern. Der plötzliche Bluteinstrom kann den Druck erhöhen und so die Schmerzen auslösen.

Leicht vermeidbar

Wer den stechenden Schmerz vermeiden will, sollte Eis lieber langsam essen. Vor allem sollte nichts Kaltes den Gaumen berühren. Hilfreich ist es auch, das Eis oder die Limonade vor dem Schlucken mit der Zunge etwas zu erwärmen. Wer dennoch Hirnfrost bekommt, kann sich mit der eigenen Zunge helfen: Als Erste Hilfe gegen Hirnfrost kann die eigene Zunge helfen. Diese wird an den Gaumen, das beschleunigt das Abklingen des Stechens.

Auch ein warmes Getränk kann dabei helfen, die Regeneration zu beschleunigen und das Kältegefühl im Mund verschwinden zu lassen. Von Schmerztabletten sollte man hingegen absehen.

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