"Ich habe nur den Rasen gemäht, mich um nichts anderes gekümmert, als aus heiterem Himmel plötzlich eine Schlange auf mich stürzte [...] ich war nicht mal in der Nähe eines Baumes", erinnert sich die Texanerin nun knappe zwei Wochen später an den Vorfall vom 25. Juli hinter ihrem Haus in Silsbee gegenüber CBS News. Was dann passierte, raubt ihr immer noch den Schlaf.
Die Schlange wurde sofort aggressiv und wickelte sich um ihren Arm, versuchte, ihr das Blut abzudrücken und sie ins Gesicht zu beißen – erwischte sogar ein paar Male ihre Brille. Plötzlich stieß auch noch ein Greifvogel herab und stürzte sich auf die Schlange. Die Amerikanerin geriet dabei ins Kreuzfeuer des tierischen Todeskampfes.
"Ich versuchte die Schlange von meinem Arm abzuschütteln. Ich schüttelte und schüttelte, sie schnappte und schnappte nach mir, ließ meinen Arm nicht los", schildert Jones unter Tränen. "Ich habe nur geschrieen: 'Bitte, Jesus, bitte hilf mir!'"
"Der Falke tauchte fast so schnell wie die Schlange auf. Er versuchte, die Schlange um meinen Arm zu packen, und zerrte daran, als ob er damit davonfliegen wollte. Dabei hat er meinen Arm gleich mit hochgerissen!" Ganze vier Mal startete der gefiederte Jäger einen Sturzangriff, schlitzte der Texanerin dabei mit seinen scharfen Klauen den Arm auf.
Als die Schlange dann endlich ihren Griff lockerte, sei sie blutüberströmt und "hysterisch" zu ihrem Ehemann gelaufen, so Jones weiter. Im Spital hätten die Ärzte ihr die Geschichte anfangs nicht glauben wollen, doch dann stellten sie eine Vielzahl an Bisswunden, Schnitten, Abschürfungen und schwere Prellungen fest. Nach einer Ladung Antibiotika wurde Jones unter Beobachtung gestellt, weil unklar war, ob es eine Giftschlange gewesen war.
Der ganze Vorfall sei "traumatisch" gewesen: "Ich denke, mein Körper ging in eine Art Überlebensmodus. Ich glaube, das Adrenalin hat übernommen. Kurz bevor der Falke attackierte, dachte ich: 'Ich werde [die Schlange] nicht los... Ich werde hier sterben.'"
Auch jetzt noch bedecken Verbände ihren zugerichteten Arm. An Schlaf sei seither kaum zu denken, in den letzten Wochen habe sie es nur wenige Stunden wirklich geschafft, die Augen zuzumachen. Mehr als einmal sei sie schweißgebadet hochgeschreckt, weil ihr Hirn die Schockmomente erneut abspulen würde, sagt die Amerikanerin. Sie glaubt felsenfest, dass ihr göttlicher Beistand das Leben gerettet habe.
Der irre Zufall sorgt nun für weltweite Schlagzeilen. Die Schlange, so die mehrheitliche Annahme, hatte der Falke wohl zuvor irgendwo als Beute eingefangen, in der Luft dann aber die Kontrolle über sein Opfer verloren. Etwas, das Jones schon früher einmal selbst beobachtet hatte: "Ich habe einen Falken schon eine Schlange in die Luft reißen sehen. Das machen sie hier, so töten sie ihre Beute."