Die Fleisch-Skandale in Wien reißen nicht ab, viele Bewohner sorgen sich. Der Wiener VP-Chef Karl Mahrer sagt zu "Heute": "Bezüglich der aktuellen Skandale ist es grundsätzlich zu begrüßen, dass es gelungen ist, einige dieser Betriebe aufzuspüren. Dennoch braucht es offenbar insgesamt eine tiefgehendere behördliche Kontrolle." Die Volkspartei will das Thema im Wahlkampf stark besetzen und sieht die Stadtregierung in der Pflicht.
Mahrer betont, dass es in Wien viele vorbildliche Betriebe gibt, aber es eben auch schwarze Schafe gäbe. "Damit solche Fälle die Ausnahme und nicht die Regel werden, braucht es einen Ausbau sowie stärkere Unterstützung des Marktamtes und vor allem stärkere Konsequenzen für jene, die gegen geltende Vorschriften verstoßen."
Aus Sicht des VP-Chefs muss das Marktamt dringend besser ausgestattet werden. "In Wien fließen jährlich Abermillionen von Steuergeld in fragwürdige Projekte, da stellt sich die Frage, ob dies nicht bei beispielsweise mehr Mitarbeitern für das Marktamt besser aufgehoben wäre."
Mahrer sieht ein großes Problem darin, dass manche Betriebe mehrfach gegen Vorschriften verstoßen, ohne dass es ernste Konsequenzen hat. "Angesichts der drastischen Vorfälle in der aktuellen Zeit bzw. in der jüngeren Vergangenheit scheint dies jedenfalls geboten. Hier braucht es empfindliche Konsequenzen, die vor allem auch eine abschreckende Wirkung haben."
Er fordert daher eine drastische Verschärfung der Strafen für Betriebe, die wiederholt Hygiene-Vorschriften ignorieren. Nur so könne verhindert werden, dass sich solche Skandale in Zukunft wiederholen.
Die Stadt müsse präventiv besser aufgestellt sein, um illegale Betriebe aufzudecken, bevor es zu Skandalen komme. "Es braucht effizientere und engmaschigere Überprüfungen, um Missstände frühzeitig zu erkennen und zu ahnden", so Mahrer
Als Lösung schlägt Mahrer eine intensivere Zusammenarbeit mit der Polizei und verstärkte Schwerpunktkontrollen in bekannten Problemzonen vor. Das könnte helfen, illegale Betriebe schneller zu entlarven.
Dass die Volkspartei das Thema in den Wahlkampf mitnimmt, steht für Mahrer außer Frage. "Lebensmittelsicherheit und Konsumentenschutz sind essentielle Themen für die Wienerinnen und Wiener und natürlich auch für die Wiener Volkspartei."
Ob die Stadtregierung auf die Forderungen reagiert, bleibt offen. Klar ist jedoch: Karl Mahrer will den Druck erhöhen und die Fleisch-Skandale zum politischen Brennpunkt machen. Die große Frage bleibt: Wann reagiert Wien?