Auslandsreisen in Zeiten von Corona müssen bei der Rückkehr nicht immer mit aufwendigen Gesundheitskontrollen an den Grenzen verbunden sein. Diese Erfahrung machten ein Redakteurspaar der "Kleinen Zeitung". Die haarsträubenden Details:
Die beiden fuhren mit dem Flixbus ins slowenische Portorož. "Alle trugen Maske, vom Desinfektionsmittel wurde viel Gebrauch gemacht", so Redakteurin Nina Müller.
Die Rückreise Richtung Kärnten erfolgte im Postbus bis Laibach problemlos. Dann der Umstieg in den Flixbus. Vier von fünf Passagieren hätten keine Maske getragen, auch die beiden Fahrer nicht. In Villach stellte sich heraus, dass der Bus aus Plowdiw in Bulgarien gekommen war. Dort herrscht Reisewarnstufe sechs.
Zwei österreichische Soldaten kontrollierten zwar die Pässe. Ob Reisende aus Risikogebieten kamen oder negative Corona-Tests hatten, war aber kein Thema.
Das Außenministerium zeigt sich nur für Reisewarnungen für Auslandsreisen von Österreichern zuständig. Für die Einreise seien andere verantwortlich.
Im Innenministerium wiederum hieß es zur "Kleinen Zeitung": An den Außengrenzen werde scharf kontrolliert, aber nicht auf Corona. Das sei Sache des Gesundheitsministeriums.
Das Anschober-Ressort verweist auf die Bezirke. Laut BH Villach sind am Karawankentunnel zwei Soldatenteams im Assistenzeinsatz, eines für die Polizei, eines für die Gesundheitsbehörden. Das zweite Team assistiere auch am Wurzenpass. Am 1. August, Tag der Rückreise, war man am Wurzenpass. Also keine Corona-Kontrollen am Karawankentunnel. Zu wenig Personal? Nein, so das Verteidigungsressort. Allerdings habe die Polizei für Kärnten 115, die Gesundheitsbehörden aber nur 40 Soldaten angefordert.
"So verhindert man keine neuen Cluster, so schafft man sie", sagt Reinhold Einwallner, SP-Sprecher für Innere Sicherheit. Er kündigt eine parlamentarische Anfrage an.