Die FPÖ tritt laut Verhandlungspapier für Grenzzäune ein.
Picturedesk, Denise Auer
Laut dänischem Einwanderungsminister Kaare Dybvad Bek wurden im Vorjahr lediglich 860 Asylanträge genehmigt, das sei eine "historisch niedrige Zahl" (mit Ausnahme des Lockdown-Jahres 2020). 2.300 Anträge seien insgesamt gestellt worden – "Heute" berichtete.
Das Land wird von der Sozialdemokratin Mette Frederiksen geführt, die angekündigt hatte, die Zahl der Asylanträge auf null senken zu wollen.
Neuer Nadelstich gegen Schwarze
Auf Facebook reagierte nun FPÖ-Klubchef Herbert Kickl auf den entsprechenden "Heute"-Artikel. "Das Asyl-Ziel ist null, wie unseres für Österreich", umriss er auch sein Konzept für die laufenden Regierungsverhandlungen. Er bezeichnete das Frederiksen-Modell als "Festung Dänemark" und verwies auf "beste Wirtschaftsbeziehungen" Dänemarks, das "regen Handel mit anderen EU-Staaten oder den USA" betreibe.
Dann der giftige Nachsatz in Richtung seiner möglichen Partner in spe: "Warum erzählen ÖVP-Vertreter immer, dass strenge Asylpolitik der Wirtschaft schaden soll? Dänemark beweist das Gegenteil."
"Restriktiv möglichste Asylpolitik"
Auch Blau-Schwarz hat sich in den Verhandlungen mit einer Verschärfung des heimischen Asylkurses befasst – das belegt die 223-seitige Unterlage über die 13 besprochenen Unterkapitel. Als Leitlinie der Untergruppe 4 (Innere Sicherheit) ist festgehalten: "Die Bundesregierung steht für die restriktiv möglichste Asylpolitik unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Möglichkeiten."
Über Kickls angepeilten Hammerhart-Kurs besteht Konsens. Denn in Grün leuchtet auf: "Ziel dieser Bundesregierung ist, dass die illegale Migration auf null gebracht wird." Beim Weg dorthin unterscheiden sich die Zugänge von ÖVP und FPÖ aber mitunter. Der freiheitliche Vorstoß, das Asylrecht durch ein Notgesetz auszusetzen, fand nämlich bisher nicht die Zustimmung der Volkspartei.
Fix dafür: Kontrollen an der Staatsgrenze, Verschärfung des Asyl- und Fremdenrechts, Ausbau der Möglichkeiten zur Aberkennung des Schutzstatus für Asylberechtigte (etwa bei Urlauben in der Heimat), Sachleistungen statt Geldleistungen. Einig sind sich die Verhandlungspartner auch darüber, dass wieder nach Syrien und Afghanistan abgeschoben werden soll
Herbert Kickl – sein Leben in Bildern
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Am 29. September 2024 fuhr Herbert Kickl mit der FPÖ einen historischen Wahlsieg ein. Erstmals lagen die Freiheitlichen bei einer Nationalratswahl voran.
ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Nach der Nationalratswahl 2024 kam es zu mehreren Gesprächsrunden zwischen Bundespräsident Alexander Van der Bellen und FPÖ-Chef Herbert Kickl.
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FPÖ-Chef Herbert Kickl wurde am 19. Oktober 1968 in Villach geboren und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Nach der Matura am Bundesgymnasium Spittal an der Drau studierte er erst Publizistik und Politikwissenschaften, ab 1989 Philosophie und Geschichte.
Heinz-Peter Bader / AP / picturedesk.com
Zwischen 1995 und 2001 arbeitete Kickl in der FPÖ-Parteiakademie. Außerdem schrieb Kickl Reden für Jörg Haider. 2008 wurde er dann zum Wahlkampfleiter (Foto). (Herbert Kickl am Donnerstag, 07. August 2008,
mit Wahlkampf-Geschenken)
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Die Nationalratswahl 2013 liegt haargenau 11 Jahre in der Vergangenheit. Ein Monat zuvor fand der Wahlkampfauftakt der FPÖ statt (31.08.2013). Im Bild ist Herbert Kickl mit dem damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu sehen.
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Im Jahr 2017 kam die FPÖ in die Bundesregierung. Herbert Kickl wurde von Bundespräsident Alexander van der Bellen zum Innenminister angelobt. Zuvor war Kickl Generalsekretär der FPÖ.
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Im Mai 2019 gelangte das bekannte Ibiza-Video vom Sommer 2017 an die Öffentlichkeit. FPÖ-Parteiobmann Heinz-Christian Strache trat zurück. Ex-Kanzler Sebastian Kurz schlug Van der Bellen die Entlassung Kickls als Innenminister vor, die am 22. Mai 2019 erfolgte.
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2019 wurde Kickl geschäftsführender Klubobmann der FPÖ und am 7. Juni 2021 vom Bundesparteipräsidium einstimmig zum Bundesparteiobmann designiert.
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Während der Corona-Pandemie brachte Kickl die Partei aus dem Tief nach dem Ibiza-Video. Mit seinen Standpunkten zu den Covid-Maßnahmen, Lockdowns und Impfungen konnte er viele Menschen überzeugen.
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Die Kickl-FPÖ konnte schon 2024 mehrere Erfolge einbuchen. Darunter etwa eine Regierungsbeteiligung in den Bundesländern Niederösterreich und Salzburg. In Oberösterreich regierte die Partei schon, bevor Kickl Obmann wurde.
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Kickl warb schon vor dem Wahlkampf immer wieder, dass er eine "Festung Österreich" erbauen wolle.
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Herbert Kickl bei einer 1. Mai-Veranstaltung am Jahrmarktgelände in Linz.
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Bei der EU-Wahl erzielte die FPÖ einen historischen Erfolg. Sie gewannen das erste Mal in der Geschichte eine bundesweite Wahl. Ihr Spitzenkandidat war Harald Vilimsky.
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FPÖ-Chef Herbert Kickl beim Wahlkampfauftakt für die Nationalratswahl 2024 in Graz.
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Herbert Kickl nur wenige Stunden, bevor das Ergebnis der Nationalratswahl verkündet wurde. Er gab als letzter Spitzenkandidat seine Stimme am Sonntag ab.
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Am 29. September 2024 fuhr Herbert Kickl mit der FPÖ einen historischen Wahlsieg ein. Erstmals lagen die Freiheitlichen bei einer Nationalratswahl voran.
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Nach der Nationalratswahl 2024 kam es zu mehreren Gesprächsrunden zwischen Bundespräsident Alexander Van der Bellen und FPÖ-Chef Herbert Kickl.
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FPÖ-Chef Herbert Kickl wurde am 19. Oktober 1968 in Villach geboren und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Nach der Matura am Bundesgymnasium Spittal an der Drau studierte er erst Publizistik und Politikwissenschaften, ab 1989 Philosophie und Geschichte.
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Zwischen 1995 und 2001 arbeitete Kickl in der FPÖ-Parteiakademie. Außerdem schrieb Kickl Reden für Jörg Haider. 2008 wurde er dann zum Wahlkampfleiter (Foto). (Herbert Kickl am Donnerstag, 07. August 2008,
mit Wahlkampf-Geschenken)
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Grenzzaun noch rot
Eine Forderung des FPÖ-Chefs erinnert an Trumps "Build the wall"-Forderung. Kickl schlägt vor, "sensible Grenzabschnitte mit Zäunen zu sichern". Darüber hinaus plädieren die Freiheitlichen für eine "Schaffung eines Straftatbestandes bei Überwindung der technischen Sperren". Die ÖVP verweigerte dazu ihr Ja zumindest bis zum Zeitpunkt, an dem die "Heute" vorliegende Unterlage erstellt wurde.
Asyl als "Schutz auf Zeit"
Wie von "Heute" bereits berichtet, soll in der nächsten Legislaturperiode zudem die Wartefrist auf die Staatsbürgerschaft erhöht werden. Dies sei allerdings nur "ein Sofort-Schutz" wegen der nun erwarteten Anträge jener Personen, die während der Flüchtlingswelle 2015 ins Land gekommenen sind (derzeit Antrag nach zehn Jahren möglich).
Auf Dauer will Kickl das System grundlegend umbauen: Im Verhandlungsdossier tritt er für die Position "keine Staatsbürgerschaft für Asylberechtigte" ein. Nachsatz: "Asyl kann als Schutz auf Zeit nicht die Grundlage für den Erwerb der Staatsbürgerschaft bilden." Die ÖVP sieht das offenbar anders. Die entsprechende Passage leuchtet rot.
Von allen, die hier sind, wird künftig ein Bekenntnis zu unseren Bräuchen und Traditionen (etwa Weihnachtsfeier, Nikolo, Kreuz in Klasse, etc.) gefordert. Darüber und über die gesetzliche Verankerung und verpflichtende Festschreibung unserer Fest- und Feiertagskultur für Schulen und Kindergärten sind sich blau-schwarz schon einig.
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