93,5 Prozent legen an

Anschnallen! Österreicher vorbildlich beim Gurt

Der ÖAMTC stellt den Österreichern punkto Gurtmoral gutes Zeugnis aus. Einige Bundesländer schnitten besser ab als andere, Frauen sind beispielhafter.
Heute Life
31.03.2025, 16:57

Sowohl Crashtests als auch die Unfallstatistik zeigen klar: Das Risiko, dass ein Verkehrsunfall tödliche Folgen für PKW-Insassen hat, verringert sich durch das Tragen eines Gurtes wesentlich. Und doch setzen nach wie vor einige Menschen ihr Leben aufs Spiel, indem sie auf das Angurten verzichten. "Wären ausnahmslos alle PKW-Insassen angeschnallt, würde das im Jahr bis zu 40 Leben retten. In den vergangenen zehn Jahren wurden 540 Menschen, die keinen Gurt trugen, bei Verkehrsunfällen getötet. Trotz moderner Sicherheitssysteme, darunter Airbags und Assistenzsysteme, bleibt der Sicherheitsgurt nach wie vor die wichtigste Lebensversicherung im Auto", betont ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé.

Um eine aktuelle Einschätzung der Gurtmoral in Österreich zu erhalten, führte der ÖAMTC im März eine österreichweite Erhebung durch: In allen Landeshauptstädten wurden insgesamt 20.160 Pkw-Insassen erfasst, davon waren 93,5 Prozent angeschnallt.

Teils regionale Unterschiede, Gurtmoral bei Frauen höher

Die aktuelle Erhebung zeigt im Vergleich zu früheren Beobachtungen eine erfreuliche Steigerung der Gurtanlegequote – besonders hohe Werte wurden in der Steiermark, Tirol und Vorarlberg mit über 97 Prozent verzeichnet. Weniger positiv ist die Situation in Wien, wo nur 86,6 Prozent der PKW-Insassen angeschnallt waren. Während sich die Gurtmoral in Oberösterreich, dem Burgenland, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg verbesserte, ging die Quote in Kärnten und Salzburg zurück. In Wien und Niederösterreich blieb sie hingegen nahezu gleich.

"Auffällig ist auch, dass Männer seltener den Sicherheitsgurt anlegen als Frauen. Während die Anlegequote bei Frauen bei 96 Prozent liegt, schnitten Männer mit 91,8 Prozent deutlich schlechter ab. Dies lässt darauf schließen, dass Frauen sich bewusster sind, wie riskant es ist, auf den Gurt zu verzichten, während Männer dessen positive Wirkung unterschätzen", so der ÖAMTC Experte.

Auch auf kurzen Strecken und im Ortsgebiet unverzichtbar

Bereits bei Tempo 30 kann ein Unfall schwere bis tödliche Folgen für PKW-Insassen haben. Daher sollte der Gurt immer – auch bei kurzen Fahrten im Ortsgebiet – angelegt werden. "Jede nicht angeschnallte Person im Fahrzeug geht ein unnötiges Risiko ein. Das gilt auch für Kurzstrecken sowie insbesondere auf dem Rücksitz. Nur mit angelegtem Gurt, der richtigen Sitzposition sowie korrekt eingestellter Kopfstütze können die Sicherheitssysteme im Fahrzeug ihre volle Wirkung entfalten und die Unfallfolgen deutlich mildern. Der Griff zum Gurt ist einfach und rettet Leben", so David Nosé.

Mindestens 50 Euro Strafe

In Österreich besteht seit 1976 eine gesetzliche Gurtpflicht, deren Missachtung wird jedoch erst seit 1984 geahndet. Für das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts muss mit einer Strafe von mindestens 50 Euro gerechnet werden. Wer ein Kind ohne entsprechende Sicherung transportiert, riskiert eine Anzeige, eine Vormerkung im Führerscheinregister sowie eine Strafe von bis zu 10.000 Euro.

Um die Gurtanlegequote auf die vom Gesetzgeber geforderten 100 Prozent zu bringen und die Zahl der Verkehrstoten nachhaltig zu senken, fordert der Mobilitätsclub verstärkte Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung. Eine intensive Verkehrsaufklärung inklusive "erlebbarer" Aktionen wie dem Gurtschlitten bereits in jungen Jahren kann das Bewusstsein für die lebensrettende Funktion des Sicherheitsgurtes nachhaltig schärfen. Zusätzlich sollte das Thema Sicherheitsgurt noch intensiver in die Fahrausbildung eingebunden werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 01.04.2025, 09:22, 31.03.2025, 16:57
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