Steuergeld-Verschwendung?

800 Dienstautos, kaum genutzt – Wiener Netze in Kritik

Die Wiener Netze betreiben einen Fuhrpark mit 800 Fahrzeugen. Der Stadtrechnungshof kritisiert die geringe Auslastung und die hohen Kosten.
Wien Heute
25.02.2025, 13:09

Die Wiener Netze GmbH betreibt derzeit einen Fuhrpark von rund 800 Fahrzeugen. Die Verwaltung und Instandhaltung des Fuhrparks erfolgt durch eine eigene Kfz-Werkstatt. Ein Bericht des Stadtrechnungshofs zeigt jedoch, dass die Auslastung vieler Dienstfahrzeuge äußerst gering ist.

Seit der Einführung des elektronischen Fahrtenbuchs im Jahr 2016 hat sich die gesamte Fahrleistung des Fuhrparks um mehr als die Hälfte reduziert. In den letzten Jahren stabilisierte sich diese bei rund fünf Millionen Kilometern pro Jahr. Dennoch beträgt die jährliche Fahrleistung pro Fahrzeug der Klassen M1 (Pkw/Kombi) und N1 (Lkw bis 3,5 t) im Schnitt nur etwa 7.200 Kilometer – ein Wert, der als zu niedrig eingestuft wird.

Grüne Wien: "Viel zu großer Fuhrpark!"

Die Wiener Grünen kritisieren, dass eine bereits früher empfohlene Verkleinerung des Fuhrparks bisher nicht umgesetzt wurde. "Die Fahrzeuge werden oft nur jeden zweiten Werktag oder sogar weniger als zehn Tage im Monat genutzt. Angesichts steigender Energie- und Netzkosten ist das den Wienerinnen und Wienern kaum zu vermitteln", so der Grüne Gemeinderat David Ellensohn.

Besonders problematisch sei zudem, dass weiterhin viele Dienstfahrten mit privaten Pkw durchgeführt werden – oft ohne Nutzung des elektronischen Fahrtenbuchs. Laut dem Bericht des Stadtrechnungshofs sei dies ineffizient und trage nicht zur Kostentransparenz bei.

Volkspartei: "Reinste Steuergeldverschwendung"

Auch die Wiener Volkspartei zeigt sich unzufrieden mit den Ergebnissen der zweiten Nachprüfung des Stadtrechnungshofs. Gemeinderat Michael Gorlitzer fordert eine drastische Reduzierung des Fuhrparks: "Viele Fahrzeuge werden kaum genutzt – das ist nicht nur eine Umweltbelastung, sondern auch Steuergeldverschwendung."

Kritisiert wird zudem der steigende Dieselverbrauch im Vergleich zu den Jahren vor 2014. Eine plausible Erklärung hierfür sei bisher nicht geliefert worden. Gorlitzer mahnt zu mehr Transparenz und fordert die Umsetzung bereits 2013 empfohlener Maßnahmen, um Kosten und Emissionen zu senken.

Stadtrechnungshof gibt Empfehlungen

Der Stadtrechnungshof empfiehlt unter anderem die verstärkte Nutzung von Poolfahrzeugen, um die Anzahl ungenutzter Fahrzeuge zu reduzieren. Auch sollte die Nutzung privater Pkw strenger geregelt werden, um vorhandene Dienstfahrzeuge besser auszulasten.

Um eine lückenlose Dokumentation sicherzustellen, soll das elektronische Fahrtenbuch auf alle Dienstfahrten ausgedehnt werden.

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