Innerhalb von nur einer Woche wurden in mindestens acht Ländern Europas sowie in Australien, Kanada und den USA Fälle der Affenpockengemeldet. In Österreich wird der erste Infiziertein einem Krankenhaus in Wien behandelt. Eine Krankheit, die allerdings "nicht so leicht" von Mensch zu Mensch übertragbar sei, bestätigte Monika Redlberger-Fritz, Virologin der MedUni Wien, gegenüber "Heute". "Eine Übertragung findet in der Regel nur durch einen intimen, engen und langanhaltenden Haut-zu-Haut-Kontakt statt", so die Expertin.
Doch über die Häufung der Pockenfälle zeigte selbst sie sich überrascht: "Ungewöhnlich ist es allemal. Eigentlich wird die Krankheit von kleinen Nagetierarten übertragen. Es handelt sich um eine ungewöhnliche Häufung, die wir so noch nicht beobachtet haben."
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Bei Affenpocken handelt es sich um eine selbst eliminierende Erkrankung. Eine lästige, langanhaltende Infektion, die zwei bis vier Wochen dauern kann und mit dem Abfallen der letzten Kruste endet. Bis dahin können die Symptome gelindert werden. Ansteckend ist man vom ersten Tag der Symptome bis zum Abfallen der letzten Kruste.
Twitter / Marc Van Ranst
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Laut Virologin Monika Redlberger-Freitz (Bild) kommt mit den Affenpocken keine neue Pandemie auf uns zu. Es handelt sich um eine Zoonose, die im Vergleich zu den menschlichen Pocken nur schwer übertragbar ist.
Getty Images/iStockphoto; HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
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Affenpocken sind ein Pockenvirus, das 1958 bei Cynomolgus-Affen und 1970 beim Menschen nachgewiesen wurde. Das Virus besteht aus einem DNA-Kern in einer Proteinhülle, das von einer Hülle umgeben ist. Affenpocken sind zoonotisch, d.h. sie werden von Tieren (z. B. Nagetieren) auf den Menschen übertragen und umgekehrt. Infektionen beim Menschen werden häufig durch Tierbisse oder durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten verursacht. (im Bild: Partikel des Affenpockenvirus)
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Die Inkubationszeit bei Affenpocken beträgt bis zu 21 Tage, wobei die meisten bereits zehn bis 14 Tage nach dem Kontakt erkranken.
Wikimedia / CDC, gemeinfrei (Archivbild, 1971)
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Die Erkrankung beginnt mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, extremer Erschöpfung und sichtbar geschwollenen Lymphknoten. Ungefähr 1 bis 3 Tage nach Ausbruch des Fiebers tritt ein Ausschlag auf.
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In den Flecken des Ausschlags bilden sich Beulen, die dann zu Bläschen und Pusteln werden, die aufplatzen und verkrusten. Die Krusten fallen nach etwa vier Wochen dann ab.
Wikimedia / CDC, gemeinfrei (Archivbild)
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Die in Europa und den USA auftretende westafrikanische Variante des Virus führe in Afrika bei etwa einem Prozent der Erkrankten zum Tod.
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Es gebe auch eine zentralafrikanische Variante, bei der zehn Prozent der Fälle auf dem Kontinent tödlich verliefen.
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Der Nachweis erfolgt - wie beim Coronavirus und anderen Erregern - mit einer Probe des Betroffenen über einen sogenannten PCR-Test.
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Wegen mehrerer Fälle von Affenpocken in anderen europäischen Ländern hatte das Robert Koch-Institut (RKI) erst am 19. Mai zu Wachsamkeit aufgerufen.
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Die Übertragung erfolgt über engen Körperkontakt.
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Eine Pocken-Impfpflicht gab es in Österreich bis 1981.
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Damals gab es einen regelrechten Run auf die Pockenimpfung. Lange Warteschlangen vor dem Gesundheitsamt in der Gonzagagasse in Wien. (Bild zeigt Impfaktion in Wien; März 1972).
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Wer gegen Pocken geimpft wurde, hat die typische Pockenimpfnarbe am Körper.
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Aktuell gibt es keine Impfung gegen die Affenpocken. Ältere Personen, die noch gegen die Pocken geimpft worden sind, haben aber einen Vorteil. Die Impfung gibt einen Kreuzschutz von den Affenpocken, der derzeit bei 85 Prozent liegt.
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In Österreich wurde bisher ein Fall bestätigt. Der Betroffene wird im Krankenhaus behandelt.
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Bei Affenpocken handelt es sich um eine selbst eliminierende Erkrankung. Eine lästige, langanhaltende Infektion, die zwei bis vier Wochen dauern kann und mit dem Abfallen der letzten Kruste endet. Bis dahin können die Symptome gelindert werden. Ansteckend ist man vom ersten Tag der Symptome bis zum Abfallen der letzten Kruste.
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Laut Virologin Monika Redlberger-Freitz (Bild) kommt mit den Affenpocken keine neue Pandemie auf uns zu. Es handelt sich um eine Zoonose, die im Vergleich zu den menschlichen Pocken nur schwer übertragbar ist.
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Affenpocken sind ein Pockenvirus, das 1958 bei Cynomolgus-Affen und 1970 beim Menschen nachgewiesen wurde. Das Virus besteht aus einem DNA-Kern in einer Proteinhülle, das von einer Hülle umgeben ist. Affenpocken sind zoonotisch, d.h. sie werden von Tieren (z. B. Nagetieren) auf den Menschen übertragen und umgekehrt. Infektionen beim Menschen werden häufig durch Tierbisse oder durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten verursacht. (im Bild: Partikel des Affenpockenvirus)
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Die Inkubationszeit bei Affenpocken beträgt bis zu 21 Tage, wobei die meisten bereits zehn bis 14 Tage nach dem Kontakt erkranken.
Wikimedia / CDC, gemeinfrei (Archivbild, 1971)
Pockenimpfung schützt
Einen Schutz vor einer möglichen Ansteckung biete in erster Linie natürlich die Vermeidung von engem Hautkontakt und viel Hygiene. "Wirksam sind hier vor allem die gängigen Covid-Maßnahmen, wie Hände waschen und desinfizieren sowie Abstand halten." Die Maske bringe hier allerdings nur bedingt etwas, da eine Infektion mit Affenpocken durch Aerosolemaximal in den ersten zwei Tagen stattfinden könne.
Wer allerdings besonders vor den Orthopoxviren sicher sei, seien ältere Menschen, "die noch gegen die Pocken geimpft worden sind". Durch die Impfung, die vor 40 Jahren ausgesetzt wurde, nachdem die menschlichen Pocken als ausgerottet galten, habe man einen sogenannten Kreuzschutz vor den Affenpocken – der noch immer bei 85 Prozent liege.
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Der Impfstoff stehe tatsächlich auch noch zur Verfügung, "allerdings in begrenztem Ausmaß", so Redlberger-Fritz. "Lediglich für behördlich angeordnete Abriegelungsimpfungen, wenn man Kontakt zu einem Infizierten hatte." Eine generelle Impfung für die Bevölkerung wieder einzuführen, halte sie jedoch nicht für notwendig.
Kinderimpfungen bringen nichts
Sonst gebe es keine Impfung, die vor den Affenpocken schützen könnte. "Masernoder Windpockenwerden durch ganz andere Viren ausgelöst." Letztere seien gar die Herpesviren.