Die Ostsee ist erneut Schauplatz eines Sabotagefalls mit internationalen Auswirkungen: Inzwischen steht der chinesische Frachter "Yi Peng 3" im Verdacht, für die Beschädigung zweier Unterwasser-Internetkabel verantwortlich zu sein.
Finnland meldete am Montag, dass das C-Lion1-Kabel nach Deutschland unterbrochen ist, zuvor wurde bei einem Kabel von Litauen nach Schweden bereits eine Störung festgestellt. Nach einer stundenlangen Verfolgung durch die dänische Marine wurde das 225 Meter lange Schiff nördlich der Insel Seeland festgesetzt, wie "T-Online" berichtet.
Die "Yi Peng 3" war vor wenigen Tagen aus dem russischen Hafen Ust-Luga ausgelaufen und hatte das ägyptische Port Said als Zielhafen angegeben. Experten, die öffentlich zugängliche Daten auswerten, hatten frühzeitig auf den Frachter hingewiesen. Laut Berichten soll es sich beim Kapitän um einen russischen Staatsbürger handeln, dies konnte bislang nicht bestätigt werden
Analysen zeigen, dass das Schiff an den Stellen, an denen die Internetkabel C-Lion1 und BCS East-West Interlink beschädigt wurden, auffällige Kursänderungen und Geschwindigkeitsschwankungen aufwies – Indizien für mögliche Sabotage mit einem Anker? Ein ähnliches Muster wurde 2023 bei der Beschädigung der Gaspipeline Balticconnector durch einen anderen chinesischen Frachter beobachtet.
Deutsche, dänische, schwedische und finnische Behörden untersuchen den Vorfall gemeinsam. Das deutsche Verteidigungsministerium geht von gezielter Sabotage aus, äußerte sich jedoch nicht zu Details. Die dänische Marine ist mit mehreren Schiffen vor Ort, darunter das Patrouillenboot "P525" und das Unterstützungsschiff "HDMS Søløven", das für Taucheinsätze geeignet ist. Die "Yi Peng 3" befindet sich am Mittwochmittag gemäß "Vesselfinder" noch immer in internationalen Gewässern, zwischen Schweden und Dänemark ankernd.
Der estnische Sicherheitsforscher Erik Kannike bemerkte indessen, dass die "Yi Peng 3" erst kürzlich von einem chinesischen Unternehmen übernommen wurde. Dies heizt Spekulationen über mögliche staatliche Verbindungen oder gezielte Aktionen an. Die chinesische Regierung hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.