"Söldner gefallen!"

Russischer Telegram-Kanal verhöhnt getöteten Schweizer

Einr 25-jährige Schweizer kämpfte für die Ukraine und fiel offenbar rund um Weihnachten. Ein pro-russischer Kanal verspottet den Toten nun.
28.03.2025, 20:48

"Schweizer Söldner gefallen!" und "Es gibt immer ein erstes Mal!": Ein pro-russischer Telegram-Kanal bejubelt den Tod eines 25-Jährigen, der für die Ukraine gekämpft hat. Der Mann ist demnach am 25. Dezember auf russischem Boden getötet worden, in der von der Ukraine letzten August annektierten Region Kursk.

Der Tod des Schweizers wurde bereits im Februar bekannt. "Die Schweizer Botschaft in Kiew wurde Anfang Jahr von der ukrainischen Armee informiert, dass offenbar ein Schweizer bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen ist", hieß es damals vom EDA.

Die Todesumstände waren unklar, auch die Einheit des Schweizers oder das Gebiet, in dem er stationiert war, waren nicht bekannt. Die ukrainische Armee gab dazu keine Informationen heraus. Das hat nun ein pro-russischer Telegram-Kanal getan, der Bilder und Informationen zu gefallenen ausländischen Kämpfern in der Ukraine sammelt.

"Nahrung für die Würmer im russischen Boden"

Im Post werden sein voller Name, sein Callsign – "Silver" – und sein Geburtstag genannt. Der Lausanner stamme ursprünglich aus Südamerika und sei als Kind von einer Schweizer Familie adoptiert worden, heißt es. H.D. habe im 3. Bataillon der Internationalen Legion der ukrainischen Armee gedient und sei am 25. Dezember 2024 in Viktorovka, Region Kursk, getötet worden.

Ein Foto zeigt den Mann, durchgestrichen von einem roten Kreuz. "Sein Körper wurde von seinen Freunden zurückgelassen und blieb lange als Nahrung für die Würmer im russischen Boden zurück", heißt es. "Willkommen in Kursk, Kumpel!", schließt der Post.

3. Bataillon war in Kursk

Das 3. Bataillon der "Internationalen Legion", in der Freiwillige aus aller Welt kämpfen, war tatsächlich in Kursk im Einsatz. Es gibt einen Instagram-Kanal eines H.D. mit Schweizer Bezug und übereinstimmendem Profilbild. Und in Lausanne sind einige Personen mit demselben Nachnamen wohnhaft, doch Anfragen blieben bislang unbeantwortet.

Ansonsten lassen sich viele der Angaben zum gefallenen Schweizer nicht unabhängig überprüfen. Auf Anfrage bestätigt das EDA mit Verweis auf den Daten- und Persönlichkeitsschutz lediglich erneut den Tod eines Schweizers im Ukraine-Krieg ums Leben gekommen ist. Man habe Kontakt zu den Angehörigen und die Schweizerische Botschaft in Kiew stehe in Kontakt mit den ukrainischen Behörden.

Freie Informationen und Cyberangriffe

Pro-russische Webseiten und Kanäle wie "Trackamerk" – der Gründer soll ein Amerikaner sein, spekulieren Reddit-User – veröffentlichen täglich Dutzende Fotos von ausländischen Kämpfern und ukrainischen Soldaten.

Die Posts, stets mit zynischen und geschmacklosen Kommentaren versehen, enthalten viele persönliche Informationen über die Verletzten oder Gefallenen. Diese werden frei im Internet gesammelt oder durch Cyberangriffe beschafft – wobei in einigen Fällen auch Kopien von Ausweisdokumenten oder Telefonnummern veröffentlicht werden, wie RTS unlängst berichtete.

Viele gefallene Kolumbianer

Die Durchsicht der pro-russischen Kanäle zeigt: Unter den gefallenen Ausländern, die in der Ukraine kämpften, sind auffällig viele Südamerikaner, vor allem Kolumbianer, aber auch Briten, Amerikaner und Schweden.

{title && {title} } red,20 Minuten, {title && {title} } Akt. 28.03.2025, 21:26, 28.03.2025, 20:48
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