Es klingt verlockend: Jederzeit und überall über das Smartphone ins Internet. Die Kehrseite: Kunden, die ihren fixen Datentarif überziehen, müssen mit horrenden Kosten rechnen.
Ein 12-Gigabyte-Datentarif um 11,90 Euro - das klingt günstig. Wer darüber hinaus weitere zwölf Gigabyte verbraucht - was bei Multimedia-Anwendungen nicht schwer ist -, auf den kommen allerdings Kosten von bis zu 3072 Euro zu. Mit diesem drastischen Beispiel illustriert Georg Serentschy, Chef der "Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH" (RTR) den Nepp, über den sich manche Smartphone-User ärgern müssen.
Laut Srentschy trugen Kunden im Vorjahr 1370 ähnlich gelagerte Fälle an die Schlichtungsstelle der RTR heran - ein Drittel mehr als noch 2009. Für heuer rechnet der Behördenchef mit einer weiteren Steigerung auf rund 2500 Fälle.
"Schutzmechanismen unzureichend"
Serentschy will die Mobilfunkanbieter stärker in die Pflicht nehmen. Die bisherigen Schutzmechanismen bezeichnet er als "unzureichend". "Ganz verständlich ist es nicht, dass sich eine Problematik über die Jahre derart entwickeln kann, ohne dass strukturelle Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Mittlerweile muss man in diesem Zusammenhang von echten Kostenfallen sprechen."
Ihm schwebt eine Lösung ähnlich wie beim Auslands-Roaming vor: Nutzer sollen eine SMS erhalten, mit der weitere Datennutzung bestätigt wird.
Daneben bedürfe es "mündiger Konsumenten", die nicht einfach eine SIM-Karte ohne Datentarif ins Smartphone stecken.
Gesetzgeber greift möglicherweise ein
Doch vielleicht gehört die Problemstellung bald der Vergangenheit an: Im Begutachtungsentwurf für die Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) werde der RTR eine Möglichkeit eingeräumt, den Netzbetreibern Kostenbegrenzungsverpflichtungen aufzuerlegen, berichtet die APA.