Cortison zum Inhalieren, auf diese Methode zur Bekämpfung einer Corona-Infektion setzten bereits einige Mediziner ein. Eine wirkliche Wirkung der Asthmasprays wurde aber nie festgestellt. Zu diesem Ergebnis kam jetzt auch eine großangelegte Studie aus den USA.
"Die Wirksamkeit inhalierbarer Glukokortikoide, also Cortison-artiger Wirkstoffe, zur Verringerung der Zeit bis zum Abklingen der Symptome oder zur Verhinderung von Spitalsaufnahmen oder Todesfällen bei ambulanten Covid-19-Patienten mit milder bis moderater Erkrankung ist unklar", schreiben David Boulware von der US-Universität Minnesota und seine Co-Forschenden im "New England Journal of Medicine".
Im Rahmen ihrer Studie wurden 1.407 Personen auf die Wirksamkeit von Cortison während einer Corona-Erkrankung getestet. 715 der Probanden erhielten einen echten Fluticason-Spray, den sie einmal täglich über 14 Tage hinweg verwenden sollten. 692 Erkrankte bekamen einen Placebo-Spray. Die Auswahl erfolgte per Zufall und niemand wusste, was sein Spray tatsächlich beinhaltete.
Ausgewertet werden konnten die Daten von 656 Patienten, die den echten Asthmaspray verwendet hatten, und von 621 Personen aus der Placebo-Gruppe. Die Ergebnisse sprechen eindeutig gegen eine Wirksamkeit von von Cortison. "Es gab keinen Hinweis, dass Fluticason schneller zu einer Erholung führte. 24 Teilnehmer aus der Fluticason-Gruppe (3,7 Prozent) und 13 Probanden aus der Placebo-Gruppe (2,1 Prozent) suchten eine Notfallaufnahme auf oder wurden hospitalisiert", so die Wissenschaftler. Länger im Spital waren jeweils drei Patienten, es gab keine Todesfälle.
Die Wirkung ist also eindeutig nicht vorhanden, aber auch ein anderes Problem, tauchte hierbei auf: In den ersten Phasen der Pandemie kam es zu einem zeitweisen Hype rund um die Cortison-Asthmasprays. Die Apotheken wurden überlaufen, es kam zu Engpässen in der Versorgung von Asthmakranken.