Hängende Kabel

Kostenfrage – Streit um Lampen im Volksgarten

Jahrhundertealte Beleuchtungsprovisorien im Volksgarten – und keiner will die Erneuerung bezahlen. "Heute" bringt Licht ins Dunkel.
Wien Heute
18.02.2025, 22:50
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Touristen und Wiener lieben den Volksgarten für die kurze Erholung und die gemütlichen Abende mit einem Drink, besonders im Sommer: naturnah und doch mitten in der Stadt. Nur bei einer Sache verdunkeln sich die Gemüter: Die Beleuchtungsfrage ist seit Langem ungeklärt.

Die Republik ist Besitzer des Volksgartens, für die Verwaltung zeichnet die Burghauptmannschaft verantwortlich, für die Beleuchtung die MA 33. Im konkreten Fall fühlt sich keiner der drei genannten Institutionen zuständig für die Erneuerung alter, nicht mehr funktionierender Beleuchtungssysteme.

Unschönes Provisorium aus Beton

Nach Zwischenlösungen und Zusammenarbeit von Stadt und Land sieht es um die Sicherheit auf den Wegen nun düster aus: Ein Provisorium ist zur Dauerlösung geworden, die doch laut Stadt technisch einwandfrei funktioniere. Es sei weder gefährlich noch zu dunkel. Die Burghauptmannschaft hingegen sagte im Gespräch mit "Heute": "Nach unserer Auffassung ist das derzeitige Provisorium nicht dauerhaft mit den Anforderungen des historischen Areals vereinbar."

Einstweilen behilft man sich mit Betonklötzen, in die Kabel und ein Holzmast gestopft werden – für einen Ort diesen Ranges eher keine vorzeigbare Option, jedenfalls nicht auf Dauer: Die Burghauptmannschaft stößt sich an dem unästhetischen Anblick und schiebt die Verantwortung für Betreuung und Instandhaltung auf die Stadt. 2024 habe man einen Kostenplan zur Erneuerung vorgelegt, mit dem Vorschlag: Jeder zahlt die Hälfte. Die Stadt Wien lasse bislang jedoch auf ihre Nachricht warten – diese sieht die Burghauptmannschaft als zuständig.

So ließ eine Sprecherin der MA 33 im Gespräch mit "Heute" wissen: "Bei der Beleuchtungsanlage am Volksgarten handelt es sich um eine Bundesanlage, die von der Burghauptmannschaft (also nicht von der Stadt Wien) verwaltet und bezahlt wird.
Die MA 33 hat angesichts des technischen Zustands der Beleuchtung dem Bund eine neue Beleuchtungsanlage empfohlen, Beauftragung und Finanzierung liegt beim Grundeigentümer, also der Burghauptmannschaft, nicht der Stadt Wien."

Kompletter Neubau empfohlen

Wichtig hinzuzufügen sei, so die MA 33, dass die Fläche selbstverständlich beleuchtet werde und kein sicherheits- oder lichttechnischer Nachteil für Besucher des Volksgartens bestehe. Dennoch habe die MA 33 der Burghauptmannschaft einen kompletten Neubau empfohlen, da die Reparatur der bestehenden Anlage um ein Vielfaches teurer sei und für etliche Bestandteile keine Ersatzteile mehr verfügbar seien, so die Sprecherin.

Die Burghauptmannschaft wiederum betont, sie habe in den "vergangenen Jahren mehrfach hinsichtlich einer Wiederherstellung der Bestandsanlage urgiert". Man wolle eine Erweiterung und eine Instandsetzung der Beleuchtung zeitnah umsetzen.

"Da dies offenbar aufgrund unbeantworteter, rechtlicher Fragestellung zeitnah nicht möglich war, führte die Burghauptmannschaft Österreich aktiv Gespräche mit der MA 33 zur Instandsetzung und Erweiterung des Provisoriums, um in der Zwischenzeit die Sicherheit der Parkbesucherinnen und Parkbesucher im Volksgarten gewährleisten zu können", so der Sprecher der Burghauptmannschaft, Christian Gepp, zu "Heute". Er gibt zugleich Entwarnung: "Die Verkehrssicherheit im Volksgarten ist derzeit gewährleistet."

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.02.2025, 22:50
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