5.398 Neuinfektionen, schon 317 Intensivbetten belegt. Corona legt Österreich immer weiter lahm. In Oberösterreich gibt es bereits in neun von 15 Bezirken (angeblich) Ausreisekontrollen, in ganz Österreich sind es 15. Drei Bundesländer (OÖ, Vorarlberg, Kärnten) haben das Bundesheer angefordert, weil sie mit dem Contact-Tracing überfordert sind. Für Gesamt-Österreich gilt: Bei schon einem Drittel ist die Infektionsquelle unbekannt. Das soll nun helfen:
Gemeinsam mit dem Nationalen Impfgremium empfahl Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein gestern Booster-Impfungen. Diese dritten Impfungen zur Auffrischung werden ab sofort in ganz Österreich für alle Menschen ab 18 Jahren freigegeben, wenn ihre zweite Impfung zumindest sechs Monate zurückliegt.
Für diesen Stich sei ein mRNA-Impfstoff (Moderna oder Pfizer BioNTech) empfehlenswert. Alle, die Johnson & Johnson erhalten haben, sollten rasch eine 2. Impfung mit mRNA nachholen.
Mückstein appellierte außerdem, sich so schnell wie möglich gegen die Grippe impfen zu lassen. Es wird eine starke Saison erwartet.
Da über 300 Intensivbetten belegt seien, treten am 8. November neue Maßnahmen in Kraft, betonte Mückstein. Die Verordnung dazu (nur Geimpfte und Genesene dürfen in Nachtgastro, Antigen-Tests gelten nicht) sei bereits fertig.
Mitte nächster Woche rechnet der Ministerschon mit 400 belegten Intensivbetten. Dann trete "ohne Wartezeit" die dritte Sicherheitsstufe in Kraft: Die 2,5G-Regel wird in Handel und Büro vorgeschrieben. Zutritt haben dann nur mehr Geimpfte, Genesene und Personen mit PCR-Test. Mückstein betonte, dass die 2,5G-Regel gesetzeskonform sei. Arbeitsminister Martin Kocher hatte das zuvor bezweifelt.
Freitag könnten neue Maßnahmen präsentiert werden. Um 18 Uhr lädt die Regierung die Landeschefs ins Kanzleramt. Auf Maßnahmen will sich vorab niemand festlegen, die Landeshauptleute fordern aber bundesweit einheitliche Regeln. Burgenlands Hans Peter Doskozil will Lockerungen für sein (impferfolgreiches) Land. Interessant: Kommt tatsächlich der Lockdown für Ungeimpfte ab 600 belegten Intensivbetten?