Ukraine

Experte warnt – Ukraine im "Wettlauf gegen die Zeit"

In den kommenden Tagen dürfte Russland seine Bemühungen im Osten der Ukraine intensivieren. Es ist unklar, ob die Ukraine rasch genug Waffen erhält. 
Michael Rauhofer-Redl
14.04.2022, 14:51
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Auch am 50. Tag des Angriffskrieges Russlands in der Ukraine hält Korrespondenten-Legende Christian Wehrschütz die Stellung für den ORF in der Ukraine. Am Donnerstag analysierte der ORF-Mann abermals die aktuelle Situation in der Ukraine. Dabei richtete sich die erste Frage auf die Zerstörung des russischen Raketenkreuzers "Moskwa".

Die Besatzung des russischen Raketenkreuzers "Moskwa" (Moskau) ist nach Angaben aus Moskau nach einem Zwischenfall vollständig evakuiert worden. Das Schiff der Schwarzmeerflotte sei durch die "Detonation von Munition infolge eines Brandes" zudem schwer beschädigt, berichtete die russische Agentur Tass. Wehrschütz verneint die Frage, ob ein solcher Beschuss den Großangriff auf Odessa verhindern könne. Er könne einen solchen aber erschweren, denn es gehe um ein ganz zentrales Schiff der russischen Flotte.

"Wettlauf gegen die Zeit"

Sollte der Angriff von ukrainischer Seite stattgefunden haben, dann wohl nur mit Unterstützung in der Luftaufklärung der Amerikaner. Das würde die Moral in der russischen Truppe senken und würde die Entscheidungsträger vorsichtiger machen, was einen Angriff auf Odessa über den Seewege angehe. Was die seit Tagen erwartete Großoffensive im Osten angeht, erklärt Wehrschütz unter Berufung auf hochrangige Militärs, dass es sich wohl nicht um einen Großangriff im klassischen militärischen Sinn handle. 

Christian Wehrschütz berichtet seit dem Ausbruch des Krieges aus der Ukraine.
Screenshot ORF

Vielmehr sei zu erwarten, dass die russische Armee punktuell immer stärker mit Artilleriebeschuss agiere, mehr Panzer einsetze und punktuell mehr vorrücke. "Ob es dann zu diesem großen Gefecht kommt, wird man sehen". Das Problem für die Russen werde sein, die Truppen zu haben und die Moral der Mannschaften aufrechtzuerhalten. Auf der anderen Seite sieht Wehrschütz einen "Wettlauf gegen die Zeit für die Ukraine". Denn diese brauche dringend mehr Waffen aus dem Westen. Und nachdem es sich um ein anderes Gelände handelt als etwa im Norden Kiews, brauche es auch andere Waffensysteme. Etwa deutlich mehr panzerbrechende Waffen. 

Wie sehr ist der Krieg schon Alltag? "Die Ungewissheit ist das Schwierigste für die Menschen", analysiert Wehrschütz. Das hänge natürlich auch vom jeweiligen Standort ab, im Osten sei die Angst momentan "natürlich viel größer", als anderswo im Land, wo man zwar die Flüchtlingsbewegung sehr merke, aber noch "ein relativ normales Leben" führen könne. "Die Wirtschaft und die Menschen haben sich, so gut es geht, auf den Krieg eingestellt, um auch in dieser schwierigen Zeit zu leben und zu überleben." Am schlimmsten sei aber die Ungewissheit, ob dieser Krieg nicht noch Monate andauere. 

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