Vor Kurzem hatte ein US-Gericht die Klarnamen von mutmaßlich rund 170 Personen veröffentlicht, die zu dem verurteilten Sexualstraftäter Kontakt hatten, wie "Heute" berichtete. Auf der Liste stehen die größten Promis aus Unterhaltung und Politik: Etwa Heidi Klum, Ex-Präsident Bill Clinton, Michael Jackson und Leonardo DiCaprio.
Auch Physiker Stephen Hawking steht drauf. Im Zivilprozess warf Zeugin Sarah Ransome dem 2019 gestorbenen Epstein vor, er habe Sextapes von Promis wie Bill Clinton oder Prinz Andrew aufgenommen, um Epstein später damit zu erpressen. Das berichteten unter anderem "The Guardian" und "BBC". Epstein habe alles "genau dokumentiert", sagte Ransome. "Die Videos existieren, Leute haben eine Heidenangst davor, dass sie veröffentlicht werden." Beweise gab es dafür nicht. Die Zeugin selbst zog die Anschuldigungen später wieder zurück.
US-Polizist in Russland will Epsteins Sex-Videos haben
Nun gibt es eine neue Episode im Epstein-Skandal: Wie die britische Zeitung " The Sun" berichtet, mischt sich jetzt ein ehemaliger US-Polizist aus Florida in den Fall ein. Der 47-jährige John Mark Dougan. Dougan will nach eigener Aussage von Epstein-Sex-Videos zu sein.
Er habe das kompromittierende Material auf Datenträger kopiert und nach Moskau geschickt – bevor die US-Bundespolizei FBI 2016 bei einer Razzia sein Haus durchwühlt und PC-Festplatten einkassiert hatte, behauptet er. Das FBI sei anschließend regelrecht ausgeflippt, behauptet der Ex-Officer.
Brisant: John Mark Dougan ist 2016 nach Russland übersiedelte, lebt seitdem dort im "Exil".
Die Videos soll ihm ein befreundeter Polizeibeamter, Joe Racery, übergeben haben. Der hatte 2006 die ersten Ermittlungen gegen den Finanzier mit dem Harem junger Mädchen geleitet.
Die Sex-Tapes wurden Dougan auf CD-ROMs gegeben, er kopierte die Inhalte dann auf seinen PC. Hat er die Aufnahmen selbst gesehen? Hier druckst er herum, was seine Glaubwürdigkeit neben seiner heutigen Rolle als Propagandist für Russland-Despoten Wladimir Putin (71) nicht gerade steigert.
"Ich habe bloß einen kurzen Blick darauf geworfen, um klarzustellen, dass es sich um Dinge handelt, die ich nicht sehen möchte", sagte er. Die wenigen Clips, die er einsah, seien zu grobkörnig gewesen, um jemanden erkennen zu können. Er sei sich aber sicher, dass das FBI alle Details kenne.
Macht der ehemalige "Marine" und Polizist nun Putin zum aktiven Player in der Epstein-Skandalsaga? 2019 berichtete "The Sunday Times" über die "Sorgen" des britischen Geheimdienstes MI6, dass Dougan die USB-Sticks an die russische Regierung übergeben haben könnte. Ein solches Szenario scheint nicht weit hergeholt, da Erpressungen zu Moskaus Taktiken gehören.
Slideshow: Diese Personen stehen auf der Epstein-Liste
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Auch Virginia Giuffre Roberts beschuldigte den Franzosen, Frauen für Epstein unter dem Deckmantel einer Modelagentur zur Verfügung gestellt zu haben. Brunel wurde Anfang 2022 während seiner Untersuchungshaft tot in seiner Zelle aufgefunden – ein mutmaßlicher Suizid. (Im Bild: Brunel mit Ghislaine Maxwell)
Police Handout / Commons
Doe 024 ist der Einzige, der mit Namen in der Anordnung erwähnt wird: Es ist das Pseudonym von Harvard-Professor und Strafverteidiger Alan Dershowitz. Er fungierte auch als Anwalt von Jeffrey Epstein. Dershowitz hatte bereits in der Vergangenheit öffentlich gefordert, dass alle ihn betreffenden Unterlagen publik gemacht werden.
REUTERS
Prinz Andrew, der die damals 17-jährige Virginia Roberts Giuffre in der Londoner Wohnung von Ghislaine Maxwell mehrfach sexuell misshandelt haben soll, kommt in den Gerichtsakten mehrfach vor. Er bestritt diese Vorwürfe stets – zahlte Roberts Giuffre jedoch laut britischen Medienberichten rund zwölf Millionen Pfund in einer außergerichtlichen Einigung. Einen Teil des Geldes soll Queen Elizabeth II beigesteuert haben.
ADRIAN DENNIS / AFP / picturedesk.com
Ex-US-Präsident Bill Clinton wird über 50 Mal in den Gerichtsakten genannt. Virginia Roberts Giuffre hat Clinton aber kein Fehlverhalten vorgeworfen, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass die versiegelten Unterlagen Beweise für ein illegales Verhalten Clintons enthalten.
Jacquelyn Martin / AP / picturedesk.com
Persönliche Flugprotokolle, die von einem von Epsteins Piloten geführt wurden – und die in separaten Klagen gegen Epstein auftauchten –, zeigten jedoch, dass Clinton und sein Gefolge in den Jahren 2002 und 2003 ausgiebig mit Epsteins Jumbo-Jet zu internationalen Zielen wie Paris, Bangkok und Brunei geflogen waren. Aber keine der verfügbaren Aufzeichnungen zeigte den ehemaligen Präsidenten auf einer Reise zu Epsteins Insel. Zudem tauchten Fotos von Clinton auf, die zeigen, wie er an einem Flughafen von Chauntae Davies an den Schultern massiert wird. Davies ist eines der vielen mutmaßlichen Opfer Epsteins.
Julia Nikhinson / AP / picturedesk.com
Laut US-Medienberichten soll sich Clintons Name hinter Doe 036 verbergen.
Screenshot Anordnung
Ein weiterer Name, der nun veröffentlicht wurde, ist derjenige des französischen Model-Agenten Jean-Luc Brunel (im Foto rechts, zusammen mit Maxwell und Epstein in Epsteins Privatjet). Ihm soll das Pseudonym Doe 023 gehören. Brunel tauchte nach Epsteins Tod 2019 kurz unter – darauf leitete die französische Polizei Ermittlungen gegen ihn ein. 2020 wurde er verhaftet und einige Monate später wegen Vergewaltigung angeklagt.
imago images/ZUMA Press
Auch Virginia Giuffre Roberts beschuldigte den Franzosen, Frauen für Epstein unter dem Deckmantel einer Modelagentur zur Verfügung gestellt zu haben. Brunel wurde Anfang 2022 während seiner Untersuchungshaft tot in seiner Zelle aufgefunden – ein mutmaßlicher Suizid. (Im Bild: Brunel mit Ghislaine Maxwell)
Police Handout / Commons
Doe 024 ist der Einzige, der mit Namen in der Anordnung erwähnt wird: Es ist das Pseudonym von Harvard-Professor und Strafverteidiger Alan Dershowitz. Er fungierte auch als Anwalt von Jeffrey Epstein. Dershowitz hatte bereits in der Vergangenheit öffentlich gefordert, dass alle ihn betreffenden Unterlagen publik gemacht werden.
REUTERS
Prinz Andrew, der die damals 17-jährige Virginia Roberts Giuffre in der Londoner Wohnung von Ghislaine Maxwell mehrfach sexuell misshandelt haben soll, kommt in den Gerichtsakten mehrfach vor. Er bestritt diese Vorwürfe stets – zahlte Roberts Giuffre jedoch laut britischen Medienberichten rund zwölf Millionen Pfund in einer außergerichtlichen Einigung. Einen Teil des Geldes soll Queen Elizabeth II beigesteuert haben.
ADRIAN DENNIS / AFP / picturedesk.com
Ex-US-Präsident Bill Clinton wird über 50 Mal in den Gerichtsakten genannt. Virginia Roberts Giuffre hat Clinton aber kein Fehlverhalten vorgeworfen, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass die versiegelten Unterlagen Beweise für ein illegales Verhalten Clintons enthalten.