Pontifex im Spital

"Doppelte Lungenentzündung" – daran leidet der Papst

Nach einer anfänglichen Bronchitis laboriert der 88-Jährige nun an einer "doppelten Lungenentzündung". Wir erklären, was das bedeutet.
Heute Life
21.02.2025, 12:13

Papst Franziskus liegt seit mehr als einer Woche im Spital. Aus der anfänglichen Bronchitis hat sich eine "doppelte Lungenentzündung" entwickelt, wie es heißt. Der Vatikan veröffentlichte eine Erklärung, in der es heißt, dass "Laboruntersuchungen, Röntgenaufnahmen der Brust und der klinische Zustand des Heiligen Vaters weiterhin ein komplexes Bild ergeben".
Das 88-jährige katholische Oberhaupt leidet seit langem an Atemwegserkrankungen. Was also macht diese Lungenentzündung so komplex? Und wie wird sie behandelt?

Was ist eine "doppelte Lungenentzündung"?

Eine Lungenentzündung ist eine schwere Infektion, die die Lungen mit Flüssigkeit oder Eiter füllt und das Atmen erschweren kann. Die Betroffenen können auch Schmerzen in der Brust haben, grünen Schleim abhusten und Fieber haben. "Doppelte Lungenentzündung" ist kein offizieller medizinischer Begriff. Er wird möglicherweise verwendet, um zwei verschiedene Aspekte des Zustands von Papst Franziskus zu beschreiben.

1. Eine bilaterale Infektion

Papst Franziskus hat eine Lungenentzündung in beiden Lungenflügeln. Eine Infektion in beiden Lungen bedeutet nicht unbedingt, dass sie schwerer ist, aber der Ort ist wichtig. Es kann einen Unterschied machen, welche Teile der Lunge betroffen sind. Wenn nur ein Teil der Lunge oder eine Lunge betroffen ist, kann die Person mit der anderen Lunge weiteratmen, während ihr Körper die Infektion bekämpft. Wenn jedoch beide Lungen betroffen sind, erhält die Person sehr wenig Sauerstoff.

2. Eine polymikrobielle Infektion

Der Vatikan hat außerdem erklärt, dass die Infektion der Lunge von Papst Franziskus "polymikrobiell" ist. Das bedeutet, dass die Infektion durch mehr als eine Art von Mikroorganismus (oder "Erreger") verursacht wird. Die Ursache könnten also zwei (oder mehr) verschiedene Arten von Bakterien oder eine Kombination von Bakterien, Viren und Pilzen sein. Um die Infektion wirksam behandeln zu können, ist es wichtig zu wissen, was sie verursacht.

Wie wird sie diagnostiziert?

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung wird im Krankenhaus in der Regel eine Lungenprobe mit einem Abstrich entnommen. Häufig wird auch eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, um festzustellen, welche Teile der Lunge betroffen sind.
Gesunde Lungen sehen auf einem Röntgenbild "leer" aus, weil sie mit Luft gefüllt sind. Bei einer Lungenentzündung ist die Lunge jedoch mit Flüssigkeit gefüllt, sodass man in der Regel sehr leicht erkennen kann, wo eine Lungenentzündung vorliegt, da die Infektion als feste weiße Masse auf dem Röntgenbild zu sehen ist.

Wie wird die Infektion behandelt?

Anhand des Abstrichs lässt sich feststellen, was die Infektion verursacht, und die Behandlung festlegen. So wird beispielsweise ein spezifisches Antibiotikum eingesetzt, das gegen ein bestimmtes Bakterium wirkt. Normalerweise funktioniert das gut. Wenn die Infektion jedoch polymikrobiell ist, ist die normale Behandlung möglicherweise nicht wirksam. Die Antibiotika können zum Beispiel gegen die Bakterien wirken. Wenn aber auch ein Virus vorhanden ist, das nicht mit Antibiotika behandelt werden kann, kann es zum dominierenden Erreger der Infektion werden. Infolgedessen kann der Patient zunächst gut auf die Medikamente ansprechen und sich dann wieder verschlechtern.

Wenn die Infektion durch mehrere Bakterien verursacht wird, erhält der Patient möglicherweise eher ein Breitbandantibiotikum als ein einzelnes gezieltes Medikament. Eine Virusinfektion ist schwieriger zu behandeln, da die verfügbaren antiviralen Medikamente nicht sehr wirksam oder zielgerichtet sind. In schweren Fällen muss der Patient auch auf der Intensivstation an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden, da er nicht allein atmen kann. So wird sichergestellt, dass sie ausreichend Sauerstoff erhalten, während ihr Körper die Infektion bekämpft.

Wer ist am anfälligsten?

Es ist möglich, sich auch von schweren Infektionen zu erholen. Eine Lungenentzündung kann jedoch die Lunge schädigen, was eine erneute Infektion wahrscheinlicher macht.

Bestimmte Gruppen sind jedoch viel anfälliger für eine schwere Lungenentzündung:

  • Alter: Säuglinge unter zwei Jahren, deren Immunsystem noch in der Entwicklung begriffen ist, und Erwachsene über 65, deren Immunsystem tendenziell geschwächt ist
  • Lungenschäden: frühere Infektionen können Narbenbildung verursachen
  • Lungenerkrankungen: zum Beispiel Emphysem oder chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Raucher sein
  • Immunsuppression: wenn das Immunsystem durch Medikamenten unterdrückt wird

Franziskus weist eine Reihe dieser Risikofaktoren auf. Der Pontifex ist 88 Jahre alt und hat eine Vorgeschichte von Atemwegserkrankungen. Als junger Erwachsener litt er an einer Rippenfellentzündung (eine Erkrankung, die die Lunge entzündet). Laut dem Vatikan sei der Papst "guter Dinge" und dankbar für die Unterstützung ist, die er erhalten hat.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 21.02.2025, 14:16, 21.02.2025, 12:13
Es gibt neue Nachrichten auf Heute.atZur Startseite