Obwohl sich der Gesundheitszustand von Papst Franziskus offenbar verbessert, wird über seine Nachfolge schon seit geraumer Zeit diskutiert.
Das College of Cardinals Report führt regelmäßig eine Liste mit potenziellen Kandidaten aus verschiedenen Regionen der Welt für das Konklave – die sogenannte Papstwahl.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, wird von vielen Insidern als Favorit auf die Papst-Nachfolge genannt. Seine tiefe Verwurzelung in der Nahost-Region, sein pastoraler Ansatz und seine theologische Offenheit machen ihn zu einem der interessantesten Namen für das nächste Konklave.
"Seine mögliche Wahl hätte eine besondere politische Bedeutung, insbesondere in der aktuellen geopolitischen Lage des Nahen Ostens. Zudem bringt er mit seinem vergleichsweise jungen Alter – unter 60 Jahren – eine langfristige Perspektive für das Amt mit", so Vatikanexperte Andreas Englisch gegenüber t-online.
Der 58-jährige Italiener war lange als Franziskaner in Israel und Palästina tätig, bevor er 2020 das Amt des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem übernahm. In den vergangenen Monaten äußerte er sich mehrfach kritisch zur anhaltenden Gewalt in der Region. Mit Blick auf den Krieg zwischen Israel und der Hamas sagte er: "Es gibt keine Exit-Strategie. Es gibt nur eine Logik der Gewalt, die sich selbst weiter speist."
Pizzaballa warnt davor, dass die Eskalation den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter zerstört. "Die Polarisierung ist heute stärker als je zuvor", sagte er im Gespräch mit Domradio. Während er sowohl die Hamas für ihre Angriffe als auch die israelische Regierung für deren militärische Reaktion kritisiert, betont er gleichzeitig die besondere Verantwortung der Christen: "Wir müssen die Sprache der Hoffnung bewahren, auch wenn sie in diesen Tagen schwer zu finden ist."
Auch im Hinblick auf das Heilige Jahr 2025 setzt er auf Zuversicht: "Wir müssen die Hoffnung nicht nur predigen, sondern leben."