Washington

"Amerika ist zurück!" Trumps Rede im US-Parlament

US-Präsident Donald Trump hält seine erste Rede vor beiden Kammern des Kongresses. Nach Standing Ovations wird ein Demokrat aus dem Saal gewiesen.
20 Minuten
05.03.2025, 05:52

US-Präsident Donald Trump hat seine eigene Arbeit in den ersten Wochen im Amt als beispiellos erfolgreich angepriesen. "Amerika ist zurück", sagte der Republikaner bei einer Ansprache vor beiden Kammern des US-Parlaments. Seit seiner Vereidigung vor sechs Wochen habe er schnell und unnachgiebig gehandelt, "um die großartigste und erfolgreichste Ära in der Geschichte unseres Landes einzuläuten", erklärte der 78-Jährige. "Wir haben in 43 Tagen mehr erreicht als die meisten Regierungen in vier oder acht Jahren – und wir fangen gerade erst an."

Amerikas Stolz und Selbstvertrauen seien zurück, schwärmte Trump. Der amerikanische Traum komme zurück – "größer und besser als je zuvor". Und der amerikanische Traum sei nicht aufzuhalten. "Unser Land steht vor einem Comeback, wie es die Welt noch nie gesehen hat und vielleicht auch nie wieder sehen wird", sagte Trump in seiner zwei Stunden dauernden Rede. Damit war es laut ABC News die bisher längste Rede vor dem US-Kongress.

Trump war am 20. Jänner als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt worden. Seitdem brach er mit zahllosen politischen Konventionen und hielt Amerika und die Welt mit etlichen höchst umstrittenen Entscheidungen in Atem.

Zölle verursachten nur "ein wenig Unruhe"

Trump hat in seiner Rede die Pläne für "gegenseitige Zölle" verteidigt. "Bei Zöllen geht es darum, Amerika wieder reich zu machen und Amerika wieder großartig zu machen", sagte der Republikaner. "Und das geschieht, und es wird ziemlich schnell gehen. Es wird ein wenig Unruhe geben, aber das ist für uns in Ordnung" – denn es werde keine große Unruhe sein.

Die "gegenseitigen Zölle" sollen am 2. April in Kraft treten. Trump wolle die Ankündigung nicht am 1. April umsetzen, damit es nicht zu Missverständnissen komme und die Zölle als Scherz wahrgenommen würden. "Andere Länder haben jahrzehntelang Zölle gegen uns erhoben, und jetzt sind wir an der Reihe, sie gegen diese anderen Länder anzuwenden", sagte er. Und weiter: "Wie immer sie uns besteuern, werden wir auch sie besteuern", sagte er.

Trump kritisiert Biden – auch wegen teurer Eier

Trump nutzte seine Ansprache einmal mehr, um gegen seinen Amtsvorgänger Joe Biden auszuteilen. Der Demokrat sei der "schlechteste Präsident in der amerikanischen Geschichte" gewesen, sagte Trump.

An mehreren Stellen seiner Rede teilte der 78-Jährige gegen den Ex-Präsidenten aus und kritisierte unter anderem, Biden habe eine "verrückte und sehr gefährliche" Migrationspolitik betrieben und die Grenzen Amerikas für Migranten aus aller Welt geöffnet.

Biden sei es auch anzulasten, dass die Preise für Eier in den USA inzwischen "außer Kontrolle" seien. In den USA sind Eier derzeit knapp – und deshalb deutlich teurer als üblich. Hintergrund ist der jüngste Ausbruch der Vogelgrippe.

Drahtzieher des "Abbey Gate"-Anschlags gefasst

Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump den Drahtzieher des verheerenden Anschlags am Flughafen von Kabul beim Abzug amerikanischer Truppen im August 2021 gefasst. Der Mann sei auf dem Weg in die USA, sagte Trump bei seinem Auftritt vor dem Parlament.

Alaska-Pipeline und Abbau seltener Erden

US-Präsident Donald Trump hat in seiner Rede den Bau einer "gigantischen" Gas-Pipeline in Alaska angekündigt. Sie werde zu den größten in der Welt gehören, sagte der Republikaner. Japan, Südkorea und andere Nationen wollten sich mit Billionen Dollar beteiligen. Auch wolle er in dieser Woche historische Maßnahmen ergreifen, um den Abbau von seltenen Erden und kritischen Mineralien in den USA dramatisch auszubauen.

Trump: Werden Grönland so oder so bekommen

Trump hat in seiner Rede zudem bekräftigt, die Kontrolle über Grönland übernehmen zu wollen. "Wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit und sogar für die internationale Sicherheit, und wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um zu versuchen, es zu bekommen", sagte der Republikaner über die zum Königreich Dänemark gehörende Insel. "Ich denke, wir werden es so oder so bekommen, wir werden es bekommen." Zwar lebten dort nur sehr wenige Menschen, aber Grönland sei ein "sehr großes Stück Land und sehr, sehr wichtig für die militärische Sicherheit".

Trump macht sich über Lesotho lustig

Trump prangerte angebliche Verschwendung bei den bisherigen Auslandshilfen an. Als Beispiel nannte er acht Millionen Dollar, die gezahlt worden seien zur Unterstützung von LGBTQ-Programmen in dem afrikanischen Staat Lesotho, "von dem niemand je gehört hat". Das Kürzel LGBTQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, trans und queere Menschen.

Lesotho ist ein Staat im Süden des afrikanischen Kontinents mit rund 2,3 Millionen Einwohnern und einer Fläche, die etwa der von Brandenburg entspricht. Das Königreich wird vom großen Nachbarn Südafrika umschlossen und ist wirtschaftlich stark von diesem abhängig.

Eklat! Rede wird von Abgeordnetem unterbrochen

Ein Abgeordneter versucht die Trump-Rede zu unterbrechen, kassiert dafür eine Rüge und muss den Saal im Anschluss verlassen. Es handelt sich um Al Green, ein Abgeordneter aus Texas.

Einige von Greens demokratischen Kollegen hielten schweigend kleine Schilder als Zeichen ihres Protests gegen Trump. Die schwarzen Schilder trugen Aufschriften wie "Schützt Veteranen", "Rettet Medicaid", "Musk stiehlt" oder schlicht "falsch".

{title && {title} } 20 Minuten, {title && {title} } Akt. 05.03.2025, 06:18, 05.03.2025, 05:52
Weitere Storys
Es gibt neue Nachrichten auf Heute.atZur Startseite