Entgegen erster Meldungen war es in dem Stahlwerk nicht zu einer Explosion, sondern zu einer Verpuffung in einer Schmelzpfanne gekommen. Dabei ist ein Kranfahrer in der Bauchgegend verletzt worden, wie Konzernsprecher Peter Felsbach mitteilte.
Stahlwerk Donawitz im obersteirischen Leoben, 16 Uhr: ein lauter Knall, dann eine Druckwelle, danach eine dunkle Rauchwolke. Augenzeugen spürten die Erschütterung auch in den angrenzenden Häusern. Im Inneren der Werkshalle sind Flammen zu erkennen, die teilweise auch nach außen dringen.
Um 16.10 Uhr trifft die Feuerwehr ein. Sechs Stahlarbeiter werden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins LKH Leoben eingeliefert, so das Rote Kreuz. Auch der Kranfahrer muss geborgen werden, seine Verletzung in der Bauchgegend sei aber nicht lebensgefährlich. Er habe eine "stumpfe Verletzung" im Bauchbereich. Der Kranführer hatte sich zum Zeitpunkt des Unglücks laut Rotkreuz-Einsatzleiter Josef Himsl in seiner Kabine befunden. Wovon der Kranfahrer getroffen worden war, habe sich noch nicht genau feststellen lassen. Laut Felsbach müssen alle Arbeiter im Bereich der Schmelze Schutzkleidung tragen, zudem sei das Kranführerhaus mit Plexiglas ummantelt. "Das hat gehalten", so Felsbach, allerdings habe sich die Tür verzogen, weshalb der Verletzte von den Einsatzkräften geborgen werden musste.
Die sechs Arbeiter hatten sich in der Nähe der Schmelzpfanne aufgehalten - zwei haben eine leichte Rauchgasvergiftung, die anderen vier wurden zur Vorsicht ins Spital gebracht.
Laut Konzernsprecher Peter Felsbach dürfte es zu dem Unglück beim Verarbeitungsprozess in einer Schmelzpfanne gekommen sein. Dabei wird in der Pfanne geschmolzenes Roheisen bei einer Temperatur von rund 1.450 Grad Celsius aus dem Hochofen gezogen. Dabei kam es zu der Verpuffung. Der Voest Alpine zufolge wurden Kran und Fassade der Werkshalle beschädigt.
Fünf Tote bei ähnlichem Unfall 2005
Ein ähnliches Unglück, aber mit weit schwer wiegenderen Folgen hatte sich am 8. April 2005 im Böhler-Werk im obersteirischen Kapfenberg ereignet: Dabei war während des sogenannten Abstichs (Entleeren des Ofens, Anm.) in der Umleerpfanne, in der sich rund 1.700 Grad Celsius heißer flüssiger Stahl befunden hatte, offenbar nach Wartungsarbeiten noch Restfeuchtigkeit übrig geblieben. Diese hatte dann in Verbindung mit dem heißen Stahl zur explosionsartigen Verpuffung geführt. Dadurch wurde die auf dem flüssigen Stahl schwimmende, glühend heiße Schlacke rund 20 Meter weggeschleudert. Dabei kamen fünf im Umkreis befindlichen Arbeiter ums Leben.
APA/red.