Grillplatz-Miete zu billig

Stadtrechnungshof Wien will Grillen teurer machen

Der Stadtrechnungshof empfiehlt höhere Gebühren für reservierte Grillplätze der Stadt – wegen steigender Kosten und sinkender Einnahmen.
Hannah  Maier
25.02.2025, 19:51

Grillen in Wien könnte bald teurer werden. Der Stadtrechnungshof hat die Verwaltung der Grillzonen und Grillplätze in der Stadt genau unter die Lupe genommen – mit brisantem Ergebnis: Die Stadt soll prüfen, ob eine Gebühren-Erhöhung für Grillplatz-Reservierungen und Einfahrtserlaubnisse sinnvoll ist.

Grillzonen können kostenlos und ohne Anmeldung genutzt werden. Wer jedoch einen der 15 offiziellen Grillplätze reservieren möchte, musste bisher eine Gebühr von 10 Euro zahlen. Eine Einfahrtserlaubnis kostete zusätzlich 25 Euro. Die Preise haben sich seit 2008 nicht erhöht.

Steigende Kosten, sinkende Einnahmen

In Wien gibt es mehrere Grillzonen und Grillplätze, die von drei Magistratsabteilungen verwaltet werden: Die MA 42 (Stadtgärten) betreut eine Grillzone. Die MA 45 (Wiener Gewässer) verwaltet vier Grillzonen und 15 kostenpflichtige Grillplätze. Die MA 49 (Forst- und Landwirtschaft) kümmert sich um drei Grillzonen.

Der Stadtrechnungshof stellte bei einer Prüfung fest: Die Kosten für die Bereitstellung der Grillplätze sind in den letzten Jahren gestiegen, während die Einnahmen zurückgingen. Vor allem die COVID-19-Pandemie und das damit verbundene Grillverbot haben den Trend verstärkt.

Grillplätze kosteten der Stadt 1,1 Mio. Euro

In den Jahren 2020 bis 2022 betrugen die Ausgaben der Stadt für die Grillplätze fast 1,1 Mio. Euro. Diese Ausgaben betreffen unter anderem Wassergebühren, die Reinigung, die Abfallentsorgung, das Mähen und die Instandhaltung der Grillplätze. Den Ausgaben stehen für den Zeitraum aber nur Einnahmen von rund 60.000 Euro gegenüber.

Bei der stichprobenartigen Überprüfung fiel außerdem auf: Viele reservierte Grillplätze wurden gar nicht genutzt, während andere ohne Reservierung belegt wurden. Dies widerspricht dem ursprünglichen Ziel des Gemeinderatsbeschlusses aus dem Jahr 2008, dass die kostenpflichtige Reservierung der Plätze die Verantwortung der Nutzerinnen und Nutzer fördern sollte.

Kommt jetzt die Preiserhöhung?

Seitens der Stadt standen 2008 wirtschaftliche Überlegungen bezüglich der Gebühren im Raum. Gleichzeitig wollte man das Grillen auch sozial schwächeren Wienern ermöglichen. Der Stadtrechnungshof schätze den sozialen Gedanken, wird im Prüfbericht festgehalten.

Dennoch gibt er eine klare Empfehlung ab: Die Stadt soll prüfen, ob die Gebühren für die Reservierung und die Einfahrtserlaubnis erhöht werden. Grund dafür seien Inflation, offene Zahlungen und eine ineffiziente Nutzung der Plätze. Eine Gebührenerhöhung könnte helfen, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern und eine bewusstere Nutzung der Grillplätze sicherzustellen.

Seitens der MA 45 wir die Empfehlung zur Kenntnis genommen. Es wird darauf hingewiesen, dass ein angemessenes Entgelt in Abstimmung mit den zuständigen Dienststellen und Gremien festgelegt werde.

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