Österreich

SPÖ Wr. Neustadt rechtfertigt Gülle-Kritik

Heute Redaktion
13.09.2021, 17:42

Sie habe offenbar ein Thema angesprochen, das "seit Jahren unter den Nägeln brennt", erklärte SP-Vizebürgermeisterin von Wr. Neustadt, Margarete Sitz.

Eigentlich läuft in Wiener Neustadt ja seit Kurzem die Landesausstellung, doch in der Stadt gibt es derzeit nur ein Gesprächsthema: Fäkalien.

Wie berichtet, ärgerte sich die Chefin der SPÖ Wr. Neustadt, Vizebürgermeisterin Margarete Sitz, über den bestialischen Gestank, nachdem ein Bauer sein Feld in Lichtenwörth mit Hühnergülle gedüngt hatte. In dem Facebook-Posting wurde von Menschen berichtet, die wegen Brechreiz ihre Wohnung nicht verlassen hätten können.

"Milch aus Steckdose"

Ein Riesen-Shitstorm im Internet war die Folge – von Kommentaren wie: "Bei der SPÖ Wiener Neustadt wächst das Essen anscheinend im Supermarkt und die Milch kommt aus der Steckdose" bis hin zu heftiger Kritik von Parteigenossen selbst – mehr dazu hier.

SPNÖ-Klubchef Reinhard Hundsmüller trat daraufhin für Sitz ein.

"Tut mir leid"

Am Freitag nahm Sitz selbst ausführlich zu der Debatte Stellung und erklärte, sie habe "zu keiner Zeit die Absicht, irgendjemanden zu verunglimpfen". "Sollte das so angekommen sein, tut es mir leid", so die SP-Frau.

Aber: Es gehe ihr um den Schutz der Bürger vor Geruchs- und Feinstaubbelästigungen – "wo auch immer sie herkommen und von wem auch immer sie verursacht wurden". Das sei ihre Pflicht.

Dass das Thema so viele heftige Reaktionen auslöste, deutet Sitz als Stich in ein Wespennest. "Die verständlichen Emotionen und die zahlreichen Reaktionen in den sozialen Medien bzw. persönliche Kontaktaufnahmen zeigen mir, dass ich ein Thema angesprochen habe, das offensichtlich seit Jahren unter den Nägeln brennt", sagt sie.

Und auch hierauf ließ eine Reaktion nicht lange auf sich warten. Präsident der NÖ Landwirtschaftskammer, Johannes Schmuckenschlager erklärte: "Sehr geehrte Frau Sitz, wenn Sie Ihr Essen genießen, denken Sie daran woher Ihre hochwertigen Lebensmittel kommen, wer dafür gesorgt hat und welcher Einsatz dahintersteckt. Als Interessensvertreter kann ich nicht zusehen, wie die wertvolle und gesellschaftlich unersetzbare Arbeit der Bauern durch Ihren politisch motivierten Klassenkampf schlecht gemacht wird. Beenden Sie diese Anwürfe."

(nit)

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