Den Grünen fiel ein brisantes Schriftstück in die Hände: Die Stadtgemeinde bittet darin eine Genossenschaft, die Wünsche von Bekannten des roten Stadtchefs bei der Wohnungsvergabe zu erfüllen.
"Wir haben diese Liste bei den Unterlagen für eine Gemeinderatssitzung gefunden. Sie ist ein Beispiel dafür, dass der Bürgermeister glaubt, die Stadt für seine privaten Befindlichkeiten benutzen zu können", kritisiert Grünen-Chef Andreas Straka. "Heute" liegt das Dokument vor: Es listet Personen auf, die sich für eine der 27 Wohnungen einer Anlage interessieren, die demnächst in Stockerau gebaut wird. Brisant der Vermerk in der rechten Spalte: "Gute Bekannte von Bürgermeister Laab."
SP-Stadtchef Helmut Laab will von der Liste nichts gewusst haben: "Wie diese Interna nach außen dringen, ist rätselhaft. Ich habe die Vermerke nicht angeordnet, das machte eine Sekretärin in Eigenregie. Jeder Bürger hat bei uns die Möglichkeit, eine bestimmte Wohnung zu bekommen, unabhängig von der Partei." In Zukunft werde es keine "Empfehlungen" mehr geben, mit der Sekretärin gab es eine "heftige Aussprache".