Blasenentzündungen sind unangenehm, schmerzhaft und vor allem lästig. Hat frau sich erst einmal eine eingefangen, kehrt sie meist auch wieder zurück. Viele berichten, dass gerade nach dem Sex oft eine Entzündung folgt. Wissenschafter haben nun herausgefunden, warum das so ist.
E.coli als Übeltäter
Für den Harnwegsinfekt sind E.coli-Bakterien verantwortlich. Die weibliche Anatomie ist schuld daran, dass sie leicht in die Blase wandern können. Falsche Toilettenhygiene wurde bisher als ein Hauptgrund genannt. Doch auch Sex trägt dazu bei.
Gardnerella als Komplizen
Beim Geschlechtsverkehr gelangen Bakterien aus dem Scheidensekret in die Blase. Das Bakterium Gardnerella vaginalis wirkt dort als "Trigger", es aktiviert die schlummernden E.coli-Bakterien, die dann wieder eine Entzündung starten.
Gezielte Therapie
Mit diesem Wissen können die Forscher nun gezieltere Therapien entwickeln. Beispielsweise könnten sie darauf abzielen, die Garnerella-Bakterien, die die Blasenentzündung sozusagen "wieder aufwärmen" zu reduzieren.
Gerd Fäktenheuer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie ist im "Ärzteblatt" überzeugt: "(Eine Blasenentzündung) könnte durch die Beeinflussung der vaginalen Bakterienflora, zum Beispiel durch spezielle Antibiotika, verhindert werden." (csc)