Gewalt-Opfer spricht

Schwulenhasser verprügeln Modestudent – er wird Boxer

Nach einer großangelegten Razzia und 20 Festnahmen gegen rechtsextreme Schwulenhasser, bricht ein Opfer (26) homophober Gewalt im TV sein Schweigen.
Christian Tomsits
31.03.2025, 19:07

Der Polizei gelang vor Kurzem ein schwerer Schlag gegen eine Gruppe gefährliche Schwulenhasser – wir berichteten. Vernetzte Rechtsextreme sollen heimtückisch und maskiert mindestens 17 Opfer in ganz Österreich ausgeraubt, verletzt und erniedrigt haben – sogar von versuchtem Mord ist die Rede. In der ORF-Sendung "Thema" (Montag, 31. März um 21.10 Uhr, ORF 2) packt nun der ebenfalls von homophober Gewalt betroffene Julian S. (26) aus.

Der Wiener wurde vor zwei Jahren in der Innenstadt von Unbekannten verfolgt, umzingelt, attackiert und schwer verletzt – nur, weil er als homosexuell erkannt worden war.

Die Täter fand man nie, doch die Attacke änderte sein Leben völlig: "Ich sah verschwommen, schmeckte das Blut in meinem Mund. Seit diesem Tag kann ich mich nicht mehr frei auf der Straße bewegen, fahre Taxi und gehe selten aus", so der 26-Jährige, der Modedesigner werden wollte und als Student in London bereits für Vivian Westwood gearbeitet hatte.

Profi-Boxer

Nur Monate nach dem Angriff besuchte er erstmals eine Box-Klasse im Fitnessstudio – und wurde zum Kämpfer. Heute verdient S. sein Geld mit Boxen. "Ich sah beim Trainieren die Gesichter der Angreifer", so S., der bemerkt: Die Stimmung gegen Homosexuelle werde "von Jahr zu Jahr schlimmer".

Spätestens die Razzia machte das offenkundig. Tatsächlich stiegen Hassverbrechen gegen queere Menschen in Österreich von 2022 auf 2023 um 20 Prozent. 60 Prozent sagten, sie seien im Vorjahr schikaniert oder belästigt worden.

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