In Deutschland und der Schweiz mussten Kinovorstellungen des Boxerfilms "Creed 3" abgebrochen werden. Der Grund: Jugendliche lieferten sich Schlägereien und störten die Vorführungen. Teenager bewarfen sich unter anderem mit Essen und beschädigten die Inneneinrichtungen. Als Grund wird ein Tiktok-Trend vermutet.
Mit verstreuten Popcorn-Resten auf dem Boden, verschütteten Getränken und verteilter Zigarettenasche versuchen die jungen Erwachsenen, möglichst viel Aufmerksamkeit in den Tiktok-Videos zu bekommen. Es gilt: Je asozialer das Verhalten, desto mehr Klicks kriegt ein Video.
Ziel soll laut dem Trend der Abbruch des Filmes sein. Das verärgert naturgemäß die Kinobetreiber, denn sie müssen das hinterlassene "Schlachtfeld" anschließend selbst beseitigen. Besonders das Reinigungspersonal leidet unter den Störaktionen.
Auch das Kino Palace in Wetzikon (Schweiz) ist mittlerweile verunstaltet worden. "Wir haben bei Vorstellungen des Filmes 'Creed' erhebliche Verwüstungen erlebt", sagt Severin Brenner, Geschäftsführer des Kinos. Mit Absicht schmierten die Randalierenden Saucen von Nachos auf die Stühle und drückten Kaugummis in den Boden. "Wir mussten auch Besucher des Saales verweisen, weil sie geraucht haben", klagt der Geschäftsführer weiter.
Die Situation eskalierte derart, dass die Mitarbeitenden sogar eine Schlägerei im Kinosaal befürchteten. Kinos, die bisher von diesem Trend verschont geblieben sind, hoffen, dass die Vorkommnisse keine Kettenreaktion auslösen.
Anfang März sorgte die Vorstellung des Boxer-Filmes in Wien jedoch für keine Krawallen, sondern für romantische Momente: in Wiener machte seiner Liebsten einen rührenden Heiratsantrag – mehr dazu hier.