Fake-Waren um 38 Mio. €

Rolex, Gucci, Viagra – Österreichs ärgste Zoll-Funde

Der Zoll beschlagnahmte im Vorjahr Waren im Wert von mehr als 38 Millionen Euro. Besonders besorgniserregend sind gefälschte Medikamente.
Aitor Lopez de Alda
03.04.2025, 18:16
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Die Bilder sind alarmierend: Auf dem Tisch liegen Berge von gefälschten Produkten – nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Gucci, Rolex oder Louis Vuitton. Auch unerwartete Artikel haben ihren Weg über die Grenze gefunden. Von Lego-Sets über Ironman-Masken bis hin zu gefälschten Handys und sogar einer "echten" Kettensäge – der Zoll hatte einiges zu tun.

Zoll beschlagnahmte 6.327 Sendungen

Der Finanzminister legt dem Nationalrat jährlich einen Bericht über die Aufgriffe vor. Laut dem Bericht ist der Wert der beschlagnahmten Waren mit 38 Millionen Euro der zweithöchste, der je festgestellt wurde. Dieser Wert macht das Jahr 2024 zu einem der bedeutendsten in der Geschichte der Aufzeichnungen.

Viagra, Melatonin und "Testo"

Am gefährlichsten sind laut dem Finanzministerium Medikamentenfälschungen und illegale Arzneimittel. Diese werden oft nicht nach den vorgeschriebenen Rezepturen hergestellt und können gefährliche Inhaltsstoffe enthalten. "Gerade bei Medikamenten heißt es wirklich, große Vorsicht an den Tag zu legen", warnt Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.

"Wenn man im Internet ein Medikament bestellt, weiß man nicht, ob wirklich die richtigen Substanzen enthalten sind oder ob es überhaupt eine Wirkung entfaltet." Neben klassischen Medikamenten hat der Zoll auch einige kuriose Mittel beschlagnahmt, darunter Potenzmittel und Testosteron-Präparate zum Spritzen.

Fake-Ware wird vernichtet

Doch was passiert mit den beschlagnahmten Fälschungen? Laut Finanzministerium mussten fast alle Waren vernichtet werden – nur wenige Einzelstücke wurden zu Musterzwecken behalten. Der Großteil betrifft Kleidung und Schuhe. Eigentlich könnten die gefälschten Kleidungsstücke an Bedürftige gespendet werden, doch dafür bräuchte es die Zustimmung der Markenfirmen. 2024 haben diese jedoch keine Freigabe erteilt – daher mussten alle beschlagnahmten Waren vernichtet werden.

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