Für 600 Kinder

Rasche Hilfe – neues Ambulatorium für Jugendpsychiatrie

Um jungen Menschen ein großflächiges Betreuungsangebot zu ermöglichen, eröffnete nun ein neues Ambulatorium. 600 Kinder und Teenager haben dort Platz.
Jana Stanek
27.02.2025, 14:32

Wien erweitert sein Angebot zur psychosozialen Versorgung junger Menschen: Das fünfte kinder- und jugendpsychiatrische Ambulatorium der Psychosozialen Dienste Wien (PSD-Wien) nimmt demnächst am Alsergrund den Betrieb auf. Die neue Einrichtung neben dem Franz-Josefs-Bahnhof bietet auf 1.600 m² Platz für bis zu 600 Kinder und Jugendliche, die dort ambulant und tagesklinisch behandelt werden können.

Versorgungsplan umgesetzt

Mit der Eröffnung setzt die Stadt Wien ihren 2016 beschlossenen Versorgungsplan um, der bis 2030 insgesamt sechs Ambulatorien vorsieht. "Wir sind voll im Plan und bieten mit Home-Treatment, stationärer Versorgung und Ambulatorien ein breites Behandlungsangebot", erklärte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Auch präventive Maßnahmen, etwa an Schulen, wurden ausgebaut. Ziel ist es, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu stärken und ihnen niederschwellig Hilfe anzubieten.

Die Hälfte der Kosten trägt die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK). "Durch frühzeitige Unterstützung können wir Entwicklungsrisiken reduzieren und das Gesundheitssystem entlasten", betonte Agnes Streissler-Führer der ÖGK. Die neuen Einrichtungen sollen betroffenen Familien rasch und unbürokratisch Hilfe bieten.

Multiprofessionelle Teams

Laut Ewald Lochner, Koordinator für Psychiatrie der Stadt Wien, stehen künftig in allen drei Großregionen Wiens jeweils zwei Ambulatorien zur Verfügung. "Wir verfolgen das Prinzip des 'best point of care' und bringen die Angebote genau dorthin, wo sie benötigt werden", so Lochner. In allen Ambulatorien können psychiatrische Erkrankungen behandelt werden, während eine telefonische Erstanlaufstelle gezielt an passende Stellen weitervermittelt.

Die Behandlung erfolgt durch multiprofessionelle Teams aus Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern und Therapeuten. Neben psychiatrischer Diagnostik bietet die Tagesklinik auch Psychoedukation, Ergotherapie, Physiotherapie, Musiktherapie und die Förderung sozialer Kompetenzen. "Nicht jede kurzfristige Stimmungsschwankung bedeutet eine Erkrankung, aber eine Abklärung kann in vielen Fällen sinnvoll sein", erklärt Dr. Katrin Skala, die Leiterin des neuen Ambulatoriums.

Fokus auf jungen Erwachsenen

Ein besonderer Fokus liegt auf der Betreuung junger Erwachsener: "Um Behandlungslücken zu vermeiden, steht seit 2024 eine ambulante sozialpsychiatrische Transition für 16- bis 25-Jährige zur Verfügung", erklärte der Chefarzt der Psychosozialen Dienste. Damit sollen Stabilisierung und Eigenverantwortung gefördert werden. Gerade der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter bringe besondere Herausforderungen mit sich, die eine enge Betreuung erfordern, um abrupte Behandlungsabbrüche zu vermeiden.

Die Stadt Wien setzt mit dem Ausbau der psychosozialen Versorgung ein klares Zeichen für die Stärkung der psychischen Gesundheit junger Menschen. Die wohnortnahe Behandlung und die enge Vernetzung mit weiteren Hilfsangeboten sollen sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

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