Nachdem in mehreren europäischen Ländern erhöhte Werte des radioaktiven Stoffes Jod-131 gemessen worden sind, wird jetzt mit Hochdruck Ursachenforschung betrieben. Experten vermuten, dass die Werte auf einen radioaktiver Unfall oder ein russisches Wrack zurückzuführen sein könnten.
Nachdem in mehreren europäischen Ländern, , erhöhte Werte des radioaktiven Stoffes Jod-131 gemessen worden sind, wird jetzt mit Hochdruck Ursachenforschung betrieben. Experten vermuten, dass die Werte auf einen radioaktiver Unfall oder ein russisches Wrack zurückzuführen sein könnten.
Neben Österreich wurden auch in Finnland, Polen, Deutschland, Tschechien, Frankreich und Spanien erhöhte Jod-131-Werte gemessen. Auch wenn für die Bevölkerung "in keiner Weise" Gefahr bestehe, wie Umweltministeriums-Sprecherin Magdalena Rauscher-Weber auf Anfrage von "heute.at" erklärte, ist die Beunruhigung groß.
Noch ist die Ursache für die gestiegenen Werte völlig unklar, der Zeitpunkt hingegen lässt sich ziemlich genau festlegen. Nach übereinstimmenden Berichten sind die Messwerte in der zweiten Jännerwoche in die Höhe geklettert. Da die Halbwertszeit von Jod-131 nur acht Tage beträgt, muss sich der Vorfall Anfang des Jahres ereignet haben.
Am 17. Februar schickte die US-Luftwaffe ein Flugzeug vom Typ WC-135 Constant Phoenix nach Europa, das radioaktive Spuren in der Luft aufspüren kann. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass mehrere Staaten die Messergebnisse sehr ernst nehmen, auch wenn Experten nicht müde werden zu betonen, dass keine Gefahr für die Gesundheit besteht.
Die Messwerte bilden Nährboden für Spekulationen. Vor allem drei mögliche Gründe werden genannt:
Die britische Zeitung "Daily Mail" stellte die Vermutung an, Russland könnte im Gebiet der Doppelinsel Nowaja Semlja nahe der Arktis einen nuklearen Sprengsatz getestet haben.
Laut "Bild"-Zeitung vermuten Geologen, dass der radioaktive Stoff von einem der zahlreichen am Meeresgrund liegenden russischen Wracks mit Nuklearantrieb stammen könnte. Das Auftreten der erhöhten Werte ging mit stürmischem Wetter einher, was diese These stützen dürfte.
Die britische Gesellschaft für radiologischen Schutz (SRP) vermutet eine Panne bei der Herstellung radioaktiver Medikamente, denn Jod-131 wird in der Strahlentherapie eingesetzt.