Streik in den heimischen Spitälern. Von 8:35 bis 11:35 legen die Beschäftigten in insgesamt 25 Privatkliniken wegen stockenden Lohnverhandlungen und der Forderung nach einem Teuerungsausgleich die Arbeit nieder. Die Arbeitgeber meinen, man sei diesen Forderungen schon nachgekommen.
Wie prekär die Lage ist, zeigt sich allerdings daran, dass selbst Stefan Günther, Chefverhandler der Arbeitgeber, großes Verständnis für die Gewerkschaftshaltung zeigt. Der Arbeitsmarkt sei ausgetrocknet und die Leute nach über drei Jahren Corona erschöpft. Man verstehe daher, dass die Gewerkschaft auf diese besondere Situation aufmerksam machen möchte. Gegenüber dem ORF-Radio Ö1 erklärt er aber auch, dass er einen (Warn-)Streik nicht für das geeignete Mittel hält, um dieses Ziel zu erreichen.
Denn, so heißt es, das Gehaltsangebot liege sogar ein Prozent über der festgestellten Inflation. Zudem sei auch eine Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde und ein Mindestlohn von 2.000 Euro angeboten worden.
Harald Steer von der Gewerkschaft Vida erklärt hingegen, dass es viele geringverdienende Einkommensgruppen gebe. Dort würde es derzeit "mit 1.300 Euro netto laufen". Das Angebot auch hier auf 2.000 Euro zu erhöhen sei "unverbindlich" gewesen und mittlerweile sogar wieder zurückgenommen worden, so Steher. Die Arbeitgeberseite würde zudem nicht anerkennen, dass man branchenintern weit abgeschlagen sei.
Was, wenn der Warnstreik nicht fruchtet? Bis letzte Woche habe er, Steer, nicht einmal an einen Warnstreik geglaubt. Ein Streik bedeute viel Arbeit, Organisation und Energie. Er sei anstrengend für alle. "Es wäre besser, ein Angebot zu machen, das der Zeit angemessen ist", spielt Steher auf die geleistete Arbeit während der Corona-Pandemie, die Inflation und den vergleichsweise niedrigen Kollektivvertrag an.
Trotz Streiks sei ein Betrieb gesichert. Gefahr in Verzug sei nicht gegeben, weil in den Privatspitälern in den allermeisten Fällen keine Akutversorgung stattfinden würde, rechtfertigt die Gewerkschaft den Streik.