Kritik an ÖVP/FPÖ

"Pflegekräfte-Import aus Vietnam" – 28.000 € pro Person

Die ersten Pflegekräfte aus Asien kamen bereits in Niederösterreich an. 150 sollen es insgesamt werden. Die Gewerkschaft vida kritisiert das.
Aram Ghadimi
12.02.2025, 10:09

"Es ist absolut widersinnig und teuer, unausgebildete Pflegekräfte aus Vietnam zu importieren, um sie hier auszubilden, während viele Menschen in Österreich selbst dringend auf Ausbildungschancen warten", sagt Roman Hebenstreit, der Vorsitzende der Gewerkschaft vida in einer Aussendung.

Letzten Montag gab es einen offiziellen Empfang in Krems, bei dem die ersten 41 vietnamesischen Pflegekräfte willkommen geheißen wurden. Bereits 2022 präsentierte ÖVP-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister das Pilotprojekt "International Nursing Center" zur Bekämpfung des Pflegenotstandes in Niederösterreich.

Pro Pflegekraft 28.000 Euro

Die Idee: 150 Pflegekräfte lernen zuerst in Vietnam drei Semester Deutsch und besuchen dann die Fachhochschule in Krems an der Donau. "Und wer zahlt dafür?", fragt Gewerkschafts-Boss Hebenstreit rhetorisch.

Es seien "Österreichs Steuerzahler", welche die Kosten für Recruiting, Sprachkurse und Ausbildung bezahlen würden. Pro Pflegekraft wären das mindestens 28.000 Euro. Das sei eine Millionen-Unternehmung, fasst das Hebenstreit zusammen.

FPÖ zuerst dagegen, dann dabei

Schon bei der Präsentation des Projektes lag der errechnete Kostenpunkt bei 4,2 Millionen Euro. Damals kam heftige Kritik von der FPÖ, die im Oktober 2022 in einer Aussendung von "Irrsinn" spricht.

Seit Jahren verschlafe die ÖVP den Pflegenotstand, schaue dabei zu, wie das
Pflegesystem kollabiert und jetzt sollen Vietnamesen das System retten. Das
sei doch alles nicht fertig gedacht, sagte FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer.

In derselben Aussendung sagt Landbauer außerdem, dass es verantwortungslos und beschämend sei, wie sehr die ÖVP die Menschen im eigenen Land vergessen habe. Er fordere den sofortigen Stopp des Projekts.

Seither dürfte es aber dort um das Thema ziemlich ruhig geworden sein. Seit 2023 teilt man sich mit der ÖVP nämlich die Regierungsagenden im Land Niederösterreich.

Gewerkschafter: "FPÖ bricht Wahlversprechen"

"Mit dem Arbeitskräfte-Import bricht die FPÖ ihr Wahlversprechen", sagt Roman Hebenstreit.

Und der vida-Vorsitzende ergänzt noch: Das Geld wäre bei arbeitslosen Jugendlichen, Wiedereinsteigern oder Quereinsteigern besser investiert. "Stattdessen fließen Millionen ins Ausland. Unser Ziel muss die Vollbeschäftigung und die Förderung der hier lebenden Menschen sein", fordert Hebenstreit.

"Brauchen langfristige Investitionen"

Und weiter: Die Pflegeausbildung in Österreich müsse attraktiver gemacht werden - "So, wie es die FPÖ noch im Wahlkampf selbst gefordert hat."

Sein abschließender Appell richtet sich an die schwarz-blaue Landesregierung: "Wir brauchen langfristige Investitionen in die Ausbildung und bessere Arbeitsbedingungen für jene, die bereits hier leben. Es gibt genügend Menschen, die bereit wären, in der Pflege zu arbeiten - wenn die Rahmenbedingungen endlich stimmen."

{title && {title} } agh, {title && {title} } Akt. 12.02.2025, 10:18, 12.02.2025, 10:09
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